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 Wintersaat (Achtung! Nichts für sensible Gemüter!)

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Porter

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BeitragThema: Wintersaat (Achtung! Nichts für sensible Gemüter!)   Di Feb 17, 2009 1:20 pm

Mein Oberkörper hat sich schon aufgerichtet, als ich begreife, dass ein infernalischer Donnerknall meinen wohlverdienten Schlaf unterbrochen hat. Ich schiebe mühsam meine Beine über die Bettkante und erreiche mit den Fußspitzen den Boden, als eine neue Erschütterung meine Gehörgänge maltretiert.
Nach sechs Tagen Müh und Plag, braucht der Mensch 'nen Ruhetag, sagt ein altes katholisches Sprichwort und schließlich bin ich katholisch.

Ich trete ans Fenster und schiebe die Stores zur Seite, um einen Blick auf die Ursache für die nervende Akustik zu werfen. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen, weil ich sonst nicht über die Brüstung meiner Loggia sehe. Plötzlich bin ich mit einem Schlag hellwach. Ich zittere am ganzen Körper, drehe mich weg, doch das Bild will sich nicht so schnell verflüchtigen. Doch dann regt sich in mir diese unglaubliche Faszination, die jeder verleugnet, aber doch unwillkürlich empfindet, das Wunder des Schreckens, das einen hinschauen lässt, auch wenn einem der Anblick unerträglich erscheint.

Ein LKW steht rauchend an der Hausmauer gegenüber, das Führerhaus ist flach wie eine Flunder, zusammengedrückt von der Gewalt der nachfolgenden Karosserie und der Ladung, die mitsamt dem Kipper im Garten des Nachbarhauses zum Liegen gekommen ist. Sieht aus wie Kies, seltsam allerdings, dass all die kleinen Steinchen die gleiche Farbe zu haben scheinen, ein helles Ocker. Meine Augen wandern zurück am Gartenzaun entlang, vorbei an den tiefen Schrammen, die der schwere Aufleger an der Hausmauer hinterlassen hat. Dann wird mir übel und ein leise-zittriges Mein Gott verlässt meinen Mund. Ich kann die Tränen nicht zurückhalten, sie fließen wie ein kleiner Bach über meine Wangen und zerrinnen dann auf meinem weißen T-Shirt. Rot und nass, überall, die Aufschlagfläche des LKW, der schneebedeckte Boden rechts daneben. Ich folge der Spur und sehe einen Arm liegen, an der Schulter abgetrennt vom übrigen Körper, der sich zwischen dem Führerhaus und der Hauswand befinden musste. Die bleichen Finger sind gekrümmt, nur der Zeigefinger ist ausgestreckt und zeigt direkt auf mich. Ich kotze meine gegrillte chinesische Ente vom Vorabend samt Zutaten und dem südafrikanischen Rotwein heraus. Der Heizkörper unter dem Fenster bekommt den Großteil des vielfarbigen Breis ab. Während ich feststelle, dass ich die Morcheln anscheinend wieder nicht richtig gekaut habe, erklingt eine Polizeisirene in der Nähe. Das Geräusch schwillt an und ich öffne, wie in Trance, die Tür zu meinem kleinen Einbaubalkon im ersten Stock. Noch immer fesselt das Geschehen auf der Straße meinen Blick, doch die kalte Winterluft bringt mich zur Besinnung. Bevor ich den ersten Fuß nach draußen setze, schaue ich nach unten. Ich habe das Gefühl, als ob schwere Lasten von allen Seiten auf Kopf und Körper drücken. Ich empfinde nur Entsetzen, lähmend und zerstörend. Ohne es steuern zu können, springe ich zurück, denn auf dem Boden der Loggia liegen, zusammen mit dem anderen Arm, Kopf und Hals des Menschen, zu dem das Gliedmaß im Hof gehört. In erschreckender Klarheit erkenne ich die Einzelheiten. Die Augen, die mich ausdruckslos anstarren, die abgerissenen Muskeln und Sehnen, die wie dünne Schläuche nach unten heraushängen und die zersplitterten Knochen, deren spitze Enden wie kleine Dolche wirken. Ein weibliches Gesicht. Die Haut ist alt, aber gepflegt, wie die Augenbrauen. Die Nase ist gerade, fast aristokratisch. Die abgerundete V-Form der Kinnpartie steht fast ein bisschen zu weit nach vorne. In meinem Kopf beginnt es zu hämmern, ich spüre die Bewusstlosigkeit kommen, unwiderstehlich, unausweichlich. Bevor es schwarz um mich wird, glaube ich eine Bewegung am Mund des Torsos zu erkennen. Er scheint sich zu öffnen, deutlich kann ich jetzt den rechten Schneidezahn sehen, der in der Unterlippe steckt.
Hilf… mir… glaube ich von den blutenden Lippen zu lesen, dann höre ich mich wie ein Wahnsinniger schreien und falle ich ins Bodenlose.

Die Ärzte im Krankenhaus haben mir zu verstehen gegeben, dass bei meinem Eintreffen vor zweieinhalb Monaten nur noch wenig Leben in mir gewesen war. Einer der Doktoren hätte mich für hirntot erklärt, eröffnete mir mein Bettnachbar, ein anderer hätte gerade noch verhindert, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt wurden. Mein Schädel war auf die Kante des Wohnzimmerbuffets geschlagen, was zu einem Blutgerinsel im Kopf geführt hatte, das in einer Notoperation entfernt werden musste. Mein Leben hätte ich einem aufmerksamen Polizeibeamten zu verdanken, der meinen Schrei gehört und die Wohnungstür aufgebrochen hatte, teilte mir der redselige Mann weiter mit.

Drei Wochen später betrete ich zum ersten Mal wieder die Straße vor meinem Haus. Der Unfallwagen ist verschwunden, alles scheint normal. Die Hauswand gegenüber ist neu verputzt, Straße und Bürgersteig sind trocken und sauber. Dann blicke ich dorthin, wo der umgekippte Aufleger seine Ladung hinterlassen haben musste. Verwundert nehme ich zur Kenntnis, dass dort Maishalme aus dem Boden ragen, eng nebeneinander, bestückt mit kräftigen Blättern und ersten Kolben-Babys. Ich erinnere mich an die kleinen gleichfarbigen Steinchen, bei denen es sich wohl um Mais gehandelt haben musste. Eine junge Frau tritt zwischen den hohen Gewächsen heraus.
Sie sieht meinen Blick und ruft: "Ich habe es nicht übers Herz gebracht, sie herauszureißen! Ich dachte, es müsse einen Grund dafür geben, dass sie Wurzeln geschlagen haben und wachsen! Bisher hat sich noch keiner offenbart, aber mein kleiner Sohn und ich werden wohl die ein oder andere gute Suppe oder einen Salat davon machen können. Wenn Sie Lust haben, kommen Sie doch einfach mal vorbei, so in einem Monat, nach der ersten Ernte."

Ich danke ihr und beschließe, ihrer Einladung Folge zu leisten, auch wenn es mir nicht leicht fällt, denn sie sieht ihrer verstorbenen Mutter zum Verwechseln ähnlich.


Anm. d. Autors: Dies ist eine überarbeitete Version. Das Original ist weiter unten zu finden.


Zuletzt von Porter am Mi Feb 18, 2009 10:44 am bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Birgit Böckli
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BeitragThema: Re: Wintersaat (Achtung! Nichts für sensible Gemüter!)   Di Feb 17, 2009 5:28 pm

So, da bin ich nochmal.
Mir hat deine Geschichte im Grunde gut gefallen, sie ist schön lebendig erzählt, die Spannungskurve funktioniert, das einzige, was mich ein bißchen gestört hat, waren die Verkettungen, die waren mir ein bißchen zuviel. (Aber jetzt sag bitte nicht, das ist wieder ein autobiographisches Erlebnis.) Rolling Eyes
Den Unfall des Protagonisten hätte ich nicht so komplex verlaufen lassen, da hätte mir ein Sturz mit Schädelbruch auch gereicht, und daß er sich in die Tochter gleich verlieben muß, wirkt etwas konstruiert auf mich.
Dafür fand ich aber die Idee mit dem Mais, der aufgeht, wunderschön, für mich ist diese Vorstellung die eigentliche Pointe des Textes. Very Happy
Viele Grüße Birgit
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BeitragThema: Zuviel Unfall   Di Feb 17, 2009 5:58 pm

Ja, liebe Birgit, da hast du mich wieder mal mit zuviel und zu detailliertem Text erwischt.

Es ist seltsam, dass mir das selbst solange nicht aufgeht, bis mich jemand drauf aufmerksam macht.

Die plötzliche Liebe muss auch weg, da hast du recht.

Vielleicht schaust du später noch einmal rein?

Viele Grüße
Porter
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BeitragThema: Original zum Nachvollziehen der Kommentare   Di Feb 17, 2009 6:52 pm

Mein Oberkörper hat sich schon aufgerichtet, als ich begreife, dass ein infernalischer Donnerknall meinen wohlverdienten Schlaf unterbrochen hat. Ich schiebe mühsam meine Beine über die Bettkante und erreiche mit den Fußspitzen den Boden, als eine neue Erschütterung meine Gehörgänge maltretiert.
Nach sechs Tagen Müh und Plag, braucht der Mensch 'nen Ruhetag, sagt ein altes katholisches Sprichwort und schließlich bin ich katholisch.
Warum, um alles in der Welt, soll das gerade für mich nicht gelten? Genügt es nicht, dass ich seit mehr als vier Jahren Single bin und jede Bekanntschaft im Sande verläuft? Entweder nur zicken oder nur *** - ständig gerate ich an solche Frauen.

Ich trete ans Fenster und schiebe die Stores zur Seite, um einen Blick auf die Ursache für die nervende Akustik zu werfen. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen, weil ich sonst nicht über die Brüstung meiner Loggia sehe. Plötzlich bin ich mit einem Schlag hellwach. Ich zittere am ganzen Körper, drehe mich weg, doch das Bild will sich nicht so schnell verflüchtigen. Doch dann regt sich in mir diese unglaubliche Faszination, die jeder verleugnet, aber doch unwillkürlich empfindet, das Wunder des Schreckens, das einen hinschauen lässt, auch wenn einem der Anblick unerträglich erscheint.

Ein LKW steht rauchend an der Hausmauer gegenüber, das Führerhaus ist flach wie eine Flunder, zusammengedrückt von der Gewalt der nachfolgenden Karosserie und der Ladung, die mitsamt dem Kipper im Garten des Nachbarhauses zum Liegen gekommen ist. Sieht aus wie Kies, seltsam allerdings, dass all die kleinen Steinchen die gleiche Farbe zu haben scheinen, ein helles Ocker. Meine Augen wandern zurück am Gartenzaun entlang, vorbei an den tiefen Schrammen, die der schwere Aufleger dort hinterlassen hat, zur Hausmauer, die das Fahrzeug zum Stehen gebracht hat. Dann wird mir übel und ein leise-zittriges Mein Gott verlässt meinen Mund. Ich kann die Tränen nicht zurückhalten, sie fließen wie ein kleiner Bach über meine Wangen und zerrinnen dann auf meinem weißen T-Shirt. Rot und nass, überall, die Aufschlagfläche des LKW, der schneebedeckte Boden rechts daneben. Ich folge der Spur und sehe einen Arm liegen, an der Schulter abgetrennt vom übrigen Körper, der sich zwischen dem Führerhaus und der Hauswand befinden musste. Die bleichen Finger sind gekrümmt, nur der Zeigefinger ist ausgestreckt und zeigt direkt auf mich. Ich kotze meine gegrillte chinesische Ente vom Vorabend samt Zutaten und dem südafrikanischen Rotwein heraus. Der Heizkörper unter dem Fenster bekommt den Großteil des vielfarbigen Breis ab. Während ich feststelle, dass ich die Morcheln anscheinend wieder nicht richtig gekaut habe, erklingt eine Polizeisirene in der Nähe. Das Geräusch schwillt an und ich öffne, wie in Trance, die Tür zu meinem kleinen Einbaubalkon im ersten Stock. Noch immer fesselt das Geschehen auf der Straße meinen Blick, doch die kalte Winterluft bringt mich zur Besinnung. Bevor ich den ersten Fuß nach draußen setze, schaue ich nach unten. Ich habe das Gefühl, als ob schwere Lasten von allen Seiten auf Kopf und Körper drücken. Ich empfinde nur Entsetzen, lähmend und zerstörend. Ohne es steuern zu können, springe ich zurück, denn auf dem Boden der Loggia liegen, zusammen mit dem anderen Arm, Kopf und Hals des Menschen, zu dem das Gliedmaß im Hof gehört. In erschreckender Klarheit erkenne ich die Einzelheiten. Die Augen, die mich ausdruckslos anstarren, die abgerissenen Muskeln und Sehnen, die wie dünne Schläuche nach unten heraushängen und die zersplitterten Knochen, deren spitze Enden wie kleine Dolche wirken. Ein weibliches Gesicht. Die Haut ist glatt, gepflegt, wie die Augenbrauen. Die Nase ist gerade, fast aristokratisch. Die abgerundete V-Form der Kinnpartie steht fast ein bisschen zu weit nach vorne. In meinem Kopf beginnt es zu hämmern, ich spüre die Bewusstlosigkeit kommen, unwiderstehlich, unausweichlich. Bevor es schwarz um mich wird, glaube ich eine Bewegung am Mund des Torsos zu erkennen. Er scheint sich zu öffnen, deutlich kann ich jetzt den rechten Schneidezahn sehen, der in der Unterlippe steckt.
Hilf… mir… kann ich von den blutenden Lippen lesen, dann höre ich mich wie ein Wahnsinniger schreien und falle ich ins Bodenlose.

Die Ärzte im Krankenhaus haben mir zu verstehen gegeben, dass bei meinem Eintreffen vor zweieinhalb Monaten nur noch wenig Leben in mir gewesen war. Einer der Doktoren hätte mich für hirntot erklärt, eröffnete mir mein Bettnachbar, ein anderer hätte gerade noch verhindert, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt wurden. Mein linker Arm ist eingebunden. Auf Nachfrage erfahre ich von einem der Mediziner, dass mein Ellbogen beim Zurückweichen vor dem schrecklichen Anblick wohl das Glas der Balkontüre zerschlagen und eine Scherbe mir die Schlagader die ganze Länge des Unterarms entlang aufgeschnitten hatte. Mein Genick war auf die Kante des Wohnzimmerbuffets geschlagen und hatte zu einem Blutgerinsel im Kopf geführt, das in einer Notoperation entfernt werden konnte. Ein Blick in den Spiegel überzeugte mich, dass ich das alles wirklich erlebte. Die Halskrause hatte ich schon vorher gespürt, aber den dicken Verband um meinen Kopf erkannte ich erst jetzt. Mein Leben hätte ich einem aufmerksamen Polizeibeamten zu verdanken, der meinen Schrei gehört und die Wohnungstür aufgebrochen hatte, teilte mir der redselige Mann weiter mit.

Drei Wochen später betrete ich zum ersten Mal wieder die Loggia, der Torso ist verschwunden, nur der große Blutfleck zeugt noch von den Geschehnissen. Angespannt mache ich den einen Schritt zur Brüstung und blicke hinunter. Alles scheint normal. Die Hauswand gegenüber ist neu verputzt, Straße und Bürgersteig sind trocken und sauber. Dann blicke ich dorthin, wo der umgekippte Aufleger seine Ladung hinterlassen haben musste. Verwundert nehme ich zur Kenntnis, dass dort Maishalme aus dem Boden ragen, eng nebeneinander, bestückt mit kräftigen Blättern und Kolben-Babys. Ich erinnere mich an die kleinen gleichfarbigen Steinchen, bei denen es sich wohl um Mais gehandelt haben musste. Ein Mann tritt zwischen den hohen Gewächsen hervor. Er sieht meinen verwunderten Blick und ruft: "Ich habe es nicht übers Herz gebracht, sie herauszureißen! Ich dachte, es müsse einen Grund dafür geben, dass sie Wurzeln geschlagen haben und wachsen! Bisher hat sich noch keiner offenbart, aber meine Familie und ich werden wohl die ein oder andere gute Suppe davon machen können. Wenn Sie Lust haben, kommen Sie doch einfach mal vorbei, so in einem Monat, nach der ersten Ernte."
Ich danke ihm und beschließe, seiner Einladung Folge zu leisten. Als ich schließlich etwa fünf Wochen später sein Heim betrete, öffnet mir ein Geschöpf, dessen Erscheinung mir wieder einmal klar macht, dass doch Gott bei der Schaffung des Menschen seine Hand im Spiel gehabt haben musste. Ich bin fasziniert und wie ich im Verlauf des Abends feststelle, auch über beide Ohren verliebt. Seine Tochter sei nur zufällig hier, sagt der freundliche Nachbar, sie habe geschäftlich in der Nähe zu tun, weshalb sie sich einen kleinen Abstecher zur Familie erlaubt habe.
Ich liebe sie, sie verkörpert all das, was ich immer gesucht habe. Das Gesicht kommt mir bekannt vor und der Schreck fährt mir durch Mark und Bein. Es ist das Gesicht des Frauentorsos auf meinem Balkon. Man sieht mir mein Entsetzen wohl an, denn sie sagt: "Ja, es war meine Mutter. Bitte, kommen Sie herein."
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BeitragThema: Re: Wintersaat (Achtung! Nichts für sensible Gemüter!)   Di Feb 17, 2009 11:34 pm

Ja, also mir gefällt der Text so viel besser.
Bloß am letzten Satz hätte ich noch ein bißchen gefeilt, damit er besser nachhallt, aber das ist natürlich eine ziemlich subjektive Aussage.
Viele Grüße Birgit
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Porter

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BeitragThema: Wunder ...   Mi Feb 18, 2009 10:18 am

... Punkt, den du da ansprichst. Ich hab auch gemerkt, dass da der letzte Pepp fehlt. Werde nochmal drüber nachdenken.

Vielen Dank, Birgit, dass du noch einmal drüber gelesen hast.

Herzliche Grüße
Porter
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BeitragThema: Schon wieder ich   Mi Feb 18, 2009 10:48 am

Hallo Birgit,

ich hab das Ganze nochmal ein wenig umgeschrieben, weil mir in dieser Konstellation keine sinnvolle Bedeutung für den Mais einfallen wollte. So habe ich doch noch meine Liebesgeschichte untergebracht, aber ohne die schnelle Liebe auf den ersten Blick.

Vielen Dank, dass du mir so geholfen hast. Hast du Interesse an einer dauerhaften Lektorenstelle?

Herzliche Grüße
Porter
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BeitragThema: Re: Wintersaat (Achtung! Nichts für sensible Gemüter!)   Fr Feb 20, 2009 5:04 pm

So, jetzt bin ich's nochmal.
Klingt besser, der Schluß. So hast du deine Grundidee doch noch untergebracht, aber sie ist irgendwie besser verpackt. Meine Meinung zumindest.
Lektorin? *hust* Danke für das Lob, aber ich glaube, ich versuche mich lieber weiterhin auf der anderen Seite des Schreibtisches. Very Happy
Freut mich aber immer sehr, wenn meine Anmerkungen ein bißchen helfen.
Herzliche Grüße Birgit
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BeitragThema: Re: Wintersaat (Achtung! Nichts für sensible Gemüter!)   So Feb 22, 2009 8:18 pm

So hab mir das auch mal durchgelesen. Ist ziemlich harter Tobak aber so was gibt es im Leben ja auch und muss /kann auch geschrieben werden.

Ich persönlich tue mich schwer mit dieser Schreibzeit, aber das ist was ganz persönliches. Ich mag lieber die Vergangenheitsform.

Die Geschichte fesselt einen beim lesen auf jeden fall, doch mir persönlich fehlt etwas so was wie das Salz in der Suppe. Die Storry ist ... hm sehr nüchtern erzählt.
Beispiel:
Zitat :
Ich kotze meine gegrillte chinesische Ente vom Vorabend samt Zutaten und dem südafrikanischen Rotwein heraus. Der Heizkörper unter dem Fenster bekommt den Großteil des vielfarbigen Breis ab. Während ich feststelle, dass ich die Morcheln anscheinend wieder nicht richtig gekaut habe, erklingt eine Polizeisirene in der Nähe.

Ok hab jetzt einen ekeligen Teil als Beispiel ausgesucht, aber da sieht man es am besten. Es ist in Ich form geschrieben (Ich mag diese Form im übrigen) Dennoch kommt es eher wie ein nüchterner Bericht rüber. Fesselnder für Leser, oder dass ein Leser mehr mitfühlen kann wäre es, wenn es emotionaler geschrieben wird.
Ich hätte es vielleicht in der Art versucht:
Mit einem Mal überkommt mich ein heftiger Würgereitz, der mir gleichzeitig die Luft raubt. Noch ehe ich es verhindern kann, nimmt die gegrillte chinesische Ente vom Vorabend samt Zutaten und dem südafrikanischen Rotwein den Weg rückwerts aus meinem sich verkrampfenden Magen, wobei der Heizkörper unter dem Fenster den Großteil des vielfarbigen Breis abbekommt.

Ich kann es auch nicht besser erklären, bei deinem Text lese ich und ich verstehe alles und nehme es auf, aber ich kann nicht wirklich mitfühlen. Mag natürlich sein, dass das einfach die weibliche Art ist, so auf "Gefühlvolles" zu stehen, keine Ahnung. Herz - Schmerz, mit weinen, mit lachen, mit ko... ok das lieber nicht Laughing
Mein Mann zum Beispiel sagt bei meinen Texten, ich würde auch zu viel erklären, er würde sich lieber mehr selber denken und vorstellen. Ein paar Freundinnen aber mögen genau das, sich mittragen lassen, und das Gefühl haben genau dort neben den Charaktären zu stehen und zu sehen, was sie sehen, zu riechen, was sie riechen, zu fühlen, was sie fühlen.

Also alles in allem, es sind alle Infos da, die da sein müssen, die Story ist verständlich, spannend und die Pointe ist auch interessant, wobei ich die auch etwas mehr mit einem ... "Aber Holla" Moment ausgeschmückt hätte.
Vielleicht den Moment, als er die Tochter gesehen hatte, beschreiben, was in dem Augenblick in ihm vorgegangen war.
Sozusagen, während der Vater erklärt, warum die Tochter da ist, gleichzeitig beschreiben, wie das Herz des Mannes raste, es in seinem Kopf zu kreisen begann, so wie es rüber kommt, hatte er sich ja beim ersten Anblick in sie verliebt. Das fehlt mir etwas.

Schade dass wir nicht mehr Kerle hier haben, die auch was zu der Story sagen, würde mich interessieren, wie das sehen. Ich meine nicht umsonst gibt es auch die Rubrik der Frauenschmachtromane.

Liebe Grüße Sil

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BeitragThema: Re: Wintersaat (Achtung! Nichts für sensible Gemüter!)   Mi Feb 25, 2009 12:06 am

Jetze sache mir doch aber mal einer, wieso die Mutter da zerstückelt im Garten liegt und nicht der LKW- Fahrer? Oder ist sie mit dem dingsda vors Haus gedonnert. Ich raffe wieder mal nix.

LG Mahnoy

P.S. konnte nicht aufhören zu lesen, ob nun mit Liebe oder ohne. basta
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