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 The Ravenman

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Sisilia
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BeitragThema: The Ravenman   So Jan 25, 2009 7:22 pm

The Ravenman


(Ich stelle mal eine aktuelle Geschichte von hier rein. Es geht um das Harry Potter universum, doch spielt diese Geschichte, 20 Jahre nach dem Sieg von Harry, über Voldemort. Es geht um Harrys und Rons Kinder, aber auch um eine Frau, die nichts von der Zauberwelt weiß und die buchstäblich in ein neues Leben rutscht.)


Geht es euch auch manchmal so, dass ihr das Gefühl habt:
„Hab ich das nicht schon Mal genau so erlebt?“

Denkt ihr manchmal nicht:
„Ich weiß genau, was jetzt gleich passiert oder was jemand antworten wird?“

Wer hatte nicht schon mal so ein Déjà vu!

Doch wem ist es schon passiert, dass er so etwas zum dritten Mal erlebt?
Ist das nicht schon höhere Magie oder ein Fluch?
Vielleicht die Rache des Schicksals?
Oder doch nur dummer Zufall?

Wer kann das sagen …



Kapitel 1. Endlich Urlaub





„Oh Serenity, fang doch nicht schon wieder an. Wir sind hier, um mal endlich richtig Urlaub zu machen und zu relaxen. Warst nicht du es, die hoch und heilig versprochen hat, keine Arbeit, keine Recherchen und keine Schreiberei.“ Die Stimme des dunkelhaarigen Mannes, gerade Anfang vierzig, mit dem schmalen und doch sehr männlichen Gesicht, zeigte deutlich, dass er nicht einverstanden war, mit dem was ich vorhatte. Dennoch wollte ich mich nicht davon abbringen lassen. Da half auch der treue, bettelnde Hundeblick aus den blauen Augen nicht.
„Sicher mache ich Urlaub, aber die Sache ist doch ganz lustig und es interessiert mich einfach. Ich mag geheimnisvolle Geschichten. Und was ist dabei, wenn ich einfach noch ein bisschen nachhake. Vielleicht lässt sich daraus irgendwann eine nette Story machen?“
„Ich wusste es, es geht schon wieder ums Schreiben. Und schon ist der schöne Urlaub dahin, und das schon am zweiten Tag. Wenn man die Ankunft gestern Abend hier schon mit einrechnet.“
„Josua ... Du weißt, dass ich mit Leib und Seele schreibe. Ich kann nicht aus meiner Haut. Und ein paar Infos sammeln heißt ja nicht, dass ich mich gleich an meinen Laptop setzte und loslege. Na komm schon, mach jetzt nicht so ein Gesicht. Ich will mich doch nur ein bisschen umhören, und wenn ich weiß, was ich wissen will, dann machen wir weiter mit dem „Urlaub“, versprochen.“ Während ich das sagte, band ich mir meine langen rötlichen Haare zu einem frechen jugendlichen Pferdeschwanz zusammen. Doch Josuas einzige Reaktion war die, dass er die breiten Schultern hängen ließ und aufseufzte.
„Ich hatte gehofft, wir beide würden heute ins Schwimmbad gehen. Das soll wirklich der Hammer sein, hat man mir gesagt. Mit allem, was man für einen gemütlichen Wellnesstag braucht.“
„Nach dem Mittagessen bin ich gern dabei. Eine Massage, ein Whirlpool und ein bisschen Schwimmen nach der Sauna, ist genau das, was mir auch vorschwebt.“
Der Gedanke an dies alles gefiel mir tatsächlich sehr gut und mein Blick, den ich für einen Moment aufgesetzt hatte, zeigte ihm, dass ich es ernst meinte.
Josua war ein augenscheinlich gut aussehender Mann, groß, kräftig und muskulös. Er achtete darauf, dass er kein Gramm Fett zu viel auf dem Körper hatte, und trainierte deshalb auch regelmäßig in einem Fitnessstudio.
Irgendwie konnte ich nicht verstehen, warum er immer wieder versuchte gerade mich anzugraben. Ich war weder so hübsch, wie seine Bienen, die er ab und an anschleppte, noch hatte ich diese Modellfigur, auf die er abfuhr. Außerdem war ich nur zwei Jahre jünger als er, also um einiges reifer, als seine bisherigen Eroberungen; wobei ich mich bei manchen von denen doch ab und an fragte, ob sie wirklich schon volljährig waren.
Mein Blick wanderte zum Spiegel, der in dem Hotelzimmer direkt neben der Türe hing und ich fuhr mir mit meinem zartbraunen Lippenstift nochmal die Konturen nach. Meine grünen Augen blickten mir entgegen und ich musste, wenn ich gerade schon dem Gedankengang gefolgt war, zugeben, dass ich für mein Alter doch noch recht passabel aussah, wenn man nicht so genau hinsah und die einzelnen kleinen Falten ignorierte, die sich um die Augen schon gebildet hatten. ‚Nur Lachfalten’, sagte meine Kosmetikerin immer, ‚die zählen nicht’.
„Was mach ich dann solange?“, holte Josua mich aus meinen Gedanken.
„Du kannst ja was für deinen Körper tun und Joggen gehen“, meine Finger stupsten gegen seinen Bauch, den er gleich anspannte und ich deutlich fühlen konnte, was für kräftige Bauchmuskeln er besaß. Erneut seufzte er resigniert auf und mit einem Schulterzucken gab er sich schließlich geschlagen.
„Ok, ok. Geh du recherchieren, du gibst ja eh keine Ruhe. Ich werde eine Runde durch den Wald drehen. Wenn ich dabei aber ein paar hübsche Mädchen treffe, bist du selber schuld.“
„Mach das, Don Juan“, antwortete ich ihm lachend. Mir war klar, dass er mit dieser Aussage nur versuchen wollte, mich eifersüchtig zu machen, was er aber nicht schaffen konnte, denn ich mochte Josua nur als Freund oder vielleicht wie einen Bruder. Es würde nie was zwischen uns laufen, wenn auch das Angebot recht appetitlich war, das konnte ich nicht leugnen.
Dennoch hatte ich nicht vor, eine seiner Trophäen zu werden. Dafür mochte ich ihn viel zu sehr. Er war, trotz allem, ein Mensch, auf den man sich verlassen konnte, und der immer ein offenes Ohr hatte.
Mit einem Kuss auf seine Wange verabschiedete ich mich, griff nach meiner dunklen und auf Figur geschnittenen, langen Jacke und verließ das Zimmer. Josua würde ganz gut alleine zurechtkommen, und bis es Mittag war, würde er mir garantiert auch nicht mehr böse sein, so gut kannte ich ihn.
Ja, wir kannten uns schon viele Jahre. Sogar noch aus der Zeit, als ich selber noch verheiratet gewesen war. Doch vor knapp acht Jahren hatte ich meinen Mann verlassen, etwa zu der Zeit, als ich auch beruflich Erfolg hatte. Es war eine harte und auch schöne Zeit, und inzwischen war ich glücklich, so wie es war. Ich kam viel rum, konnte tun und lassen was ich wollte und war keinem Rechenschaft schuldig, außer vielleicht dem Finanzamt.
Langsam trat ich, während ich mir die Jacke überzog, hinaus in die morgendliche goldene Sonne. Einen Moment blieb ich stehen und wandte mein Gesicht der Wärmequelle zu, wobei ich die Augen schloss einen tiefen Atemzug von der reinen schottischen Bergluft nahm.
Wieder wanderten meine Gedanken zu dem Gespräch, das ich mit dem Wirt unserer kleinen Pension heute Morgen gehabt hatte und welches nun der Grund war, warum ich Josua für diesen Vormittag eine Abfuhr erteilt hatte.
Der ältere Schotte, der irgendwie für mich aussah, wie ‚der Schotte’ schlechthin - halblange graue Haare, verhärmtes Gesicht, ledergegerbte Haut mit einem kleinen Bauchansatz, dennoch besaßen seine Augen etwas sehr Freundliches, fast etwas Schalkhaftes.
An diesem Morgen, als er uns das Frühstück brachte, hatte er uns von einem alten Einsiedler erzählt, der schon viele Jahre irgendwo unentdeckt in den Highlands wohnte und sich nur ein oder zwei Mal im Jahr hier unten im Dorf zeigte, um Lebensmittel und Kleidung einzukaufen. Der Wirt hatte uns berichtete, dass es einige geheimnisvolle Geschichten über diesen Mann geben würde, den sie alle den Ravenman, also den Rabenmann nannten. Der Grund war der, dass ihn fast immer ein Rabe begleitete. Entweder auf seiner Schulter sitzend oder er war irgendwo in seiner Nähe, auf einem Baum oder einem Hausdach. Doch keiner wusste wirklich etwas von ihm, weder seinen richtigen Namen, noch woher er kam.
Und das … genau das war es, was mich an dieser Geschichte reizte.
Warum lebte er einsam und scheinbar versteckt in den Bergen?
Was tat er die ganze Zeit?
Und wer war er? Was war seine Geschichte?
Fragen über Fragen schossen durch meinen Kopf, und mit jeder Frage wuchs eine weitere empor, wie bei diesen alten Drachengeschichten, wo für jeden Kopf, dem man einem Drachen abschlug, mindestens zwei neue Köpfe nachwuchsen.
Die Neugier war in mir erwacht und ich war mir sicher, dass ich mehr über ihn erfahren würde. Doch niemals hätte ich erwartet, dass diese Geschichte, die Aufregendste, meines Lebens werden würde.
Doch wenn ich ehrlich bin, war es nicht nur meine aufregendste Geschichte, sondern auch die von 5 Jungen und Mädchen, im Alter von 11 bis 15 Jahren …

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun
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Birgit Böckli
1 Sieger des 1. Schreibwettbewerbs
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BeitragThema: Re: The Ravenman   Do Jan 29, 2009 8:06 pm

Hallo Sil,
ich hab mir deinen Text, besser gesagt, das Eingangskapitel, mal durchgelesen. Im Prinzip ist nichts gegen eine ausführliche Einführung der Figuren zu sagen, da es sich offenbar um eine längere Geschichte handelt. Trotzdem kommen viele Stellen darin vor, wo ich mich als Leser frage, wozu sie wirklich gut sind, und besonders bei der Ich-Form: würde sie wirklich so über sich selbst sprechen/denken? Z.B. die auf figur geschnittene jacke oder auch die Falten-im-Spiegel-Szene, die wirken irgendwie konstruiert, nicht natürlich, ich hoffe, du verstehst, was ich meine.
Dann ist mir noch die Beschreibung des Wirtes aufgefallen, da schwenkst du vom Gesicht direkt zum Bauchansatz, das liest sich etwas seltsam. Insgesamt hat mir aber dein Stil gut gefallen und besonders, wie du den ravenman beschreibst, das macht auf jeden Fall neugierig auf die weiteren Kapitel, und das ist doch wohl das Wichtigste.
Viele Grüße Birgit
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Sisilia
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BeitragThema: Re: The Ravenman   So Mai 31, 2009 5:44 pm

Danke Birgit,

Ich werde es nochmal nach deinen Kriterien durchgehen.

Ich setzte jetzt einfach mal, einfach aus jux und dollerei das zweite Kapitel auch hier rein...

Und je es wird eine laaaaaaaaaange geschichte. Es wird um Merlin, Tempelritter und schottland gehen.

Und natürlich um eine Raben und seinen Herrn...

Viel Spaß beim lesen, wer lust hat. (PS. in meinem Forum steht die FF mit vielen weiteren Kapiteln on, wer mehr lesen möchte.)

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BeitragThema: Re: The Ravenman   So Mai 31, 2009 5:54 pm


Kapitel 2. Ein Potter kommt selten allein




Schnell zog Harry, mindestens zum fünften Mal an diesem Vormittag, den Kopf ein, als eine Eule über ihn hinwegflog und völlig erledigt mitten auf dem Esszimmertisch, direkt vor dem fast 15 jährigen James, der gleichzeitig auch ihr Besitzer war, landete. Er war gerade dabei gewesen, zusammen mit seinen Geschwistern Sandwiches zu belegen, welche sie für unterwegs mitnehmen wollten.

„Ihr seht euch doch in nicht mal zwei Stunden. Könnt ihr euch nicht dann austauschen? Deine arme Eule wird noch einen Schlag bekommen oder wegen Überanstrengung tot umfallen.“

Er deutete auf den Vogel, der immer noch nach Atem ringend sein Bein zu James, dem ältesten Sohn der Potterfamilie ausstreckte.

„Ach Dad, vielleicht wollen sie ja, dass sie wir noch etwas mitbringen.“ Diese Worte hatte Al gesprochen. Eigentlich hieß er Albus Severus und war der zweite Sohn der Familie Potter. Ein Jahr jünger als James und der einzige der Potterkinder, der seinem Vater ähnlich sah. Dieselben dunklen struwweligen Haare und die gleichen grünen Augen, die auch seine Oma gehabt hatte.

„Ihr werdet doch nur im Garten von Ron und Hermine zelten, was braucht ihr denn da um Himmelswillen alles?“, wollte Harry wissen.

„Nun ist doch klar, Dad“, diesmal antwortete das kleinste Kücken der Potters, Lily Potter. Ihre roten Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden und mit ihren beinahe 12 Jahren war sie schon überaus selbstständig. Dabei hatte sie gerade erst ihr erstes Jahr in Hogwarts hinter sich gebracht. Sie hatte immer ein offenes Ohr für alles und jeden und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. „Wir dürfen doch außerhalb von Hogwarts nicht zaubern und deshalb müssen wir vorher an alles denken“, erklärte sie und es klang irgendwie altklug aus ihrem Mund.

„Aber wenn ihr etwas braucht, könnt ihr doch auch Ron oder Hermine bitten, sie dürfen schließlich zaubern.“

„Dad! Wir wollen aber nicht laufend zu ihnen rennen müssen. Wir wollen so gut wie möglich die Woche selbstständig verbringen“, erklärte James leicht genervt.

„Ah ja. Ich verstehe. Ihr seid groß genug und wollt uns das beweisen?“

„Du hast es erfasst, Dad. Schließlich hattest du in unserem Alter schon schwierigere Abenteuer bestehen müssen. Dann werden wir wohl eine Woche im Garten von Ron und Hermine überstehen.“

„Jetzt wird mir so einige klar. Dann packt besser noch ein paar Pflaster ein. Es könnte ja durchaus sein, dass ihr einem dieser schrecklichen Gnome begegnet, der einem von euch in den Finger beißen könnte. Das sind ganz üble Kerle, müsst ihr wissen.“

Die Drei sahen zuerst sich gegenseitig und dann ihren Vater an, als wäre er nicht ganz dicht im Kopf. Natürlich hatte keiner von ihnen Angst vor Gartengnomen. Doch bevor James seinem Dad widersprechen konnte, packte Lily ihn an seinem Arm.

„Gute Idee, Dad. Die Gnome sind im Sommer besonders aggressiv.“ Dann ließ sie zwei verdutzte Brüder und einen überraschten Vater in der Küche stehen.

„HARRY POTTER!“

Heftig zuckte der Benannte zusammen und blickte auf die aufgebrachte Ginny, die in der Türe stand und die Hände in die Hüften gestemmt hatte, wobei sie ihn in dem Moment sehr an ihre Mutter, Molly Weasley erinnerte.

„Ich glaube es ja nicht. Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht, die Koffer stehen noch immer oben und der Herr hält gemütlich ein Schwätzchen, während uns die Zeit davon fliegt.“ Ihre schönen braunen Augen funkelten gefährlich in dem Moment.

„Ich hab doch nur …“, begann er, doch Ginny bedachte ihn mit einem warnenden Blick, woraufhin er mit den Schultern zuckte und gleich nach oben verschwand, um die Koffer zu holen.

„Und für euch hoffe ich, dass ihr auch in 10 Minuten im Flur seid, fertig zum Aufbruch. Denn euer Bus wartet nicht auf euch. Nicht auszudenken, wenn ihr den verpassen würdet.“

Fahrig stöhnte Ginny bei dem Gedanken auf, und als ihr scheinbar etwas eingefallen war, drehte sie auf dem Absatz herum und hetzte nochmal nach oben.

Dies war die erste große Urlaubsreise für Harry und Ginny, nachdem sie geheiratet hatten. Es sollte eine Schiffsreise werden. Ruhig und erholsam, ohne Aufregungen, einfach nur entspannen.

Doch zuvor mussten sie noch die Kinder zum Bus bringen, die bei Ron und Hermine die ersten zwei Wochen in diesen Sommerferien verbringen würden. Eine davon wollten sie ganz alleine im Garten campen und auch für sich selber sorgen. Zuerst waren Harry und Ginny skeptisch gewesen doch, als die Kinder immer wieder mit den Argumenten kamen, dass sie zum einen alt genug waren, Harry hätte in ihrem Alter schon mehrmals gegen Voldemort gekämpft gehabt und wäre ihm jedes Mal entkommen, zum andern wären Ron und Hermine ja in der Nähe, wenn sie Hilfe brauchten, konnten sie nicht anders als ihr Einverständnis zu geben.

Rose hatte auf dem Dachboden von ihren Eltern ein altes Zelt gefunden und war deshalb auf die Idee mit dem Campen gekommen. Sie hatte ja keine Ahnung, dass es genau das Zelt war, in dem Ron, Hermine und Harry in der Zeit, bevor Voldemort besiegt worden war, herumgezogen waren.



Lily hatte nicht nur Pflaster in ihren Rucksack eingepackt, sondern ein ganzes Sortiment an Erster Hilfe Utensilien.

„Was willste denn damit?“, fragte James misstrauisch, als er ihr dabei zusah, wie ihr Rucksack sich noch weiter ausbeulte.

„Ganz einfach James, es könnte doch sein, dass sich jemand unterwegs verletzt, ausrutscht, hinfällt oder sich an einem Ast aufkratzt. Wir sollten auf alles vorbereitet sein. Du wirst dort in den Bergen keine Madam Pomfrey haben, die dir einen Trank oder eine Salbe verabreicht.“

„Oh Lils, du hörst dich schon an wie die ach so supergescheite Rose Weasley. Ich hab nicht vor mir den Hals zu …“

„Sprich nicht so über Rose“, fauchte Albus seinen Bruder an. Die Augen von Al sprühten in dem Moment warnend zu James und er hatte die Hände zu Fäusten geballt.

„Ach, was ist dann Al? Willst du dich mit mir prügeln?“, fragte James und hob auch seine Fäuste an. Es sah irgendwie lächerlich aus, denn James war bereits einen Kopf größer als Al, der gerade erst anfing, in die Höhe zu schießen.

Doch bevor sich die beiden die Köpfe einschlagen konnten, hatte sich Lily zwischen sie gestellt und sah von einem zum andern.

„Sag mal, habt ihr einen Knall? Wir wollen gleich los. Und ihr beide habt versprochen, dass ihr euch benehmen werdet. Wenn wegen eurer dummen Zankerei, die ganze Sache schief geht, dann …“

Weiter kam sie nicht, den in dem Moment streckte Harry den Kopf zur Türe herein.

„Ich würde euch empfehlen ganz schnell eure Rucksäcke zu nehmen und nach unten zu kommen. Bevor eure Mutter noch wütender wird.“

Noch bevor sie etwas antworten konnten, war ihr Dad auch schon wieder verschwunden und sie sahen sich nur kurz alle an. Ohne ein weiteres Wort packten die Jungs ihre Sachen, wobei jeder noch einen Schlafsack unter den Arm klemmte und gingen zur Tür.

James gab Al noch einen kleinen Stoß, so dass er schließlich derjenige war, der zuerst das Zimmer verließ und lief dann auf die Treppe zu, die nach unten führte.

„Idiot“, brummte Al und ging ihm schließlich nach. Lily war schnell bei ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter.

„Lass dich nicht immer von ihm provozieren, dann wird er auch damit aufhören.“

„Das wird er sicher niemals tun“, brummte Al, dessen Lauen nun etwas gesunken war.

„Mach nicht so ein Gesicht, bald werden wir Rose und Hugo treffen“, versuchte sie ihn aufzumuntern und der Gedanke an Rose schaffte das wirklich und zauberte sogar ein schüchternes Lächeln auf seine Lippen. Er und Rose verstanden sich sehr gut, sie … waren irgendwie auf einer Wellenlänge.



„Oh gut. Dann bringen wir die Kinder zum Bus und anschließend rufen wir das Taxi. Ich hoffe nur, der Bus hat keine Verspätung. Harry, wir können immer noch auf den Fahrenden Ritter um …“

„Jetzt beruhige dich Ginny. James ist 15 Jahre alt, Al 14 und Lily 12. Die Drei werden es doch wohl schaffen in einen Bus zu steigen und nach 5 Haltestellen wieder auszusteigen“, beschwichtigte Harry sie jetzt und Ginny nickte leicht nervös.

„Tut mir leid Harry. Ich … weiß auch nicht, was mit mir los ist. Ich war nicht mal bei unserer Hochzeit so aufgeregt“, entschuldigte sich Ginny sichtlich aufgelöst.

„Schon gut Mum. Wir gehen jetzt zum Bus und dann geht ihr beide in Urlaub. Wird dir sicherlich sehr gut tun.“

Es war James, der das gesagt und damit alle Blicke auf sich gezogen hatte. Denn gerade von James hätte sie das am allerwenigsten erwartet. Dennoch schlang Ginny ihre Arme um ihren ältesten Sohn und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange.

„Worauf wartet ihr noch. Ich hoffe ihr habt jetzt alles?“ Harry nahm seiner Tochter den Rucksack ab und Al und James noch ihre Schlafsäcke. Dann schob er alle, auch seine immer noch ziemlich nervöse Frau zur Türe hinaus und ging mit ihnen dann nur zwei Straßen weiter, wo die Bushaltestelle war.

„Ihr werdet euch benehmen, verstanden? Ich will von Ron und Hermine keine Beschwerden hören, wenn wir zurück sind. Wenn was sein sollte, sie wissen, wie man uns erreichen kann. Doch ich hoffe, dass das nicht der Fall sein wird.“

Auf dem ganzen Weg mussten sich die Drei anhören, dass sie sich benehmen sollten, und ob sie auch wirklich alles dabei hatten.

Zum Glück war der Weg nicht weit und der Bus auch pünktlich. Jeder von ihnen bekam noch einen Kuss auf die Stirn, eine letzte Ermahnung von ihrer Mutter, bevor sie in den Bus einstiegen. Harry hingegen hatte jedem von ihnen noch etwas Geld in die Hand gedrückt, ohne dass es Ginny gesehen hatte, und ihnen eine schöne Zeit gewünscht.

Harry hatte für die Drei bezahlt und so mussten sie nur noch durch den Bus gehen und sich einen Platz suchen. Sie wählten die Rückbank, die komplett frei war, warfen ihre Rucksäcke in die Ecke, und als der Bus losgefahren war, winkten sie noch ihren Eltern, die solange an der Haltestelle stehen geblieben waren, bis sie außer Sicht waren.

„Endlich. Ich dachte schon, das würde nie ein Ende nehmen“; erklärte Al, und wischte sich Wangen und Stirn, wo seine Mum ihn geküsst hatte, mit dem Ärmel seine Jacke ab.

„Ich hoffe es ist euch allen klar: Jetzt geht es los ins Abenteuer“, erklärte James mit stolzgeschwellter Brust.

„Wo wollten wir uns mit Rose und Hugo treffen?“, fragte Lily nochmal nach und kramte eine Karte aus ihrem Rucksack heraus.

„Haben wir doch schon so oft durchgesprochen. Wir fahren bis Cloudchester, das ist 4 Stationen von hier. Und dort treffen wir dann die beiden. Dann Umsteigen auf Linie 16 und ab geht’s ins große unbekannte Abenteuer. Endlich!“

James lehnte sich selbstzufrieden in den Sitz zurück, denn in seinen Augen war dieser Plan genial!


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