Schreibwerkstatt für Amateurautoren


 
StartseiteFAQSuchenAnmeldenLogin

Teilen | 
 

 Frau Sessellehne

Nach unten 
AutorNachricht
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Frau Sessellehne   Sa Okt 18, 2008 6:11 pm

So also nun nochmal, Herrschaftszeiten, ich stell mich ja wieder an. Also hier das erste Kapitel meiner Hexengeschichte und mich würde interessieren, ob das als Einstieg so geht . (aaaaaaaaaaaaah zu lang, okay, dann eben nur ein Teil).
.......................................................................................................................................................................................................................
Kapitel 1
Von Hexen, anderen Katastrophen und dem Beginn einer unfreiwilligen Reise


Am Rande des Dorfes stand einsam und verlassen ein kleines, windschiefes Häuschen umgeben von einem Staketzaun, an dem einzelne Latten fehlten.
Reste abgeblätterter Farbe zeugten davon, dass er einst grün gestrichen gewesen sein musste. Genau wie die Fenster und die Tür des Hauses.
Der kleine Garten war verwildert, keine sorgsam angelegten Beete wiesen darauf hin, dass jemandem daran gelegen war, Gemüse anzubauen oder Blumen zu züchten.
Unkraut, Kräuter, Blumen, alles wuchs wild durcheinander. Der Wind verfing sich heulend in den Kronen der Bäume, die ungestutzt in den Himmel zu wachsen schienen. Besonders einer der Kastanienbäume war so hoch, dass man den Kopf in den Nacken legen musste, um die Ansätze seiner Krone zu sehen. Nirgends sonst hatte die Leute jemals so einen Baum gesehen.
Die Kinder machten einen Bogen um das Haus, die Erwachsenen versuchten hin und wieder scheu einen Blick über den Zaun.
Nichts deutete darauf hin, dass hier jemand lebte.

Und doch war das Häuschen bewohnt. Von einer seltsamen Frau, deren Alter man nicht schätzen konnte und die jeden Kontakt zu den Menschen mied.
Sie sprach nicht viel, trug Sommer wie Winter einen braun karierten Rock, eine Bluse von undefinierbarer Farbe und ein Dreieckstuch um die Schulter. Ihren Kopf zierte ein spitzer Hut.
Niemand wusste, wo sie hergekommen war. Plötzlich, wie über Nacht war sie da.
Wenn sie, was selten geschah ins Dorf ging, schaute sie nicht nach links oder rechts und ihr Blick war seltsam abwesend.
Darum sprachen die Menschen hinter vorgehaltener Hand von ihr nur als von der „ verrückten Marie“ oder der „Hexe“, obwohl niemand wirklich glaubte, dass sie geistesgestört sei oder zaubern könne.
Sie war eben anders.

Marie, Erdmute, Wilhelmine, Anastasia Sessellehne war tatsächlich eine Hexe.
Für ihre Vornamen konnte sie nichts. Man hatte sie nicht gefragt, wahrscheinlich auch deswegen, weil sie zur Zeit ihrer Namensgebung kaum in der Lage gewesen wäre, sich eindeutig zu artikulieren.
Sie ärgerte sich zuweilen still vor sich hin und war froh, dass wenigstens einer ihrer Vornamen zeitlos war; Marie. So hatte sie sich den Dorfbewohner vorgestellt, wenn sie nach ihrem Namen gefragt worden war. Marie Sessellehne.
Der Nachname bereitete ihr nicht weniger Kopfzerbrechen als die Vornamen Verdruss.
Sessellehne, wer hieß schon Sessellehne!
Da dachte man doch sofort an ein altes verstaubtes Teil, das keiner mehr haben wollte und das deshalb in irgend einer Ecke ein unendlich trostloses Dasein führte.
Sie jedenfalls war weder alt noch verstaubt. Und auch nicht nutzlos. Wobei der Nutzen, den sie brachte, gerade nicht nachgewiesen werden konnte.
Marie seufze, als sie das zu Ende gedacht hatte und rührte in ihrem Hexentrank.
Hexen müssen immer einen Hexentrank brauen, das ist ein altes Hexengesetzt. Leider konnte sich Marie nicht mehr daran erinnern, zu was er taugen könnte, aber darüber zerbrach sie sich nicht den Kopf.
Trotzdem sich ihr der Nutzen des Gebräus vorerst nicht erschloss, füllte sie ihn, wenn er fertig gebraut war, in Flaschen und Gläser und lagerte ihn im Keller.
Wenn ihr nicht bald einfiel, was sie damit anderes machen könnte, würde wahrscheinlich ihr Keller aus allen Nähten platzen oder sie müsste umziehen.
Aber Umziehen wollte sie nicht, sie wohnte in diesem kleinen Dorf seit sie denken konnte. Oder konnte sie denken, seit sie in diesem Dorf wohnte?
Sie dachte eine kleine Weile darüber nach und entschied dann, dass es auf dasselbe hinauslief.
Zumindest ließ man sie in Ruhe und niemand beschwerte sich über den seltsamen Geruch, den ihr Gebräu ab und an verströmte.

Apropos Hexentrank, jetzt hatte sie doch wieder vergessen, darin zu rühren und nun wusste sie auch nicht mehr, musste sie rechts- oder links herum rühren. Das war nämlich das Wichtigste beim Kochen eines Hexentrankes, man musste einmal so und einmal so rühren und das mit schöner Ungleichmäßigkeit, sonst wurde die Brühe trübe und man konnte sie wegschütten. Und wohin dann damit?
Erst vorigen Mittwoch hatte Marie ihre Toilette zum wiederholten Male gesprengt und der Klempner hatte sie sehr merkwürdig angeschaut, als er das Malheur richten musste.
Der Hühnerstall eignete sich ebenfalls denkbar schlecht.
Nachdem sie einmal versucht hatte, das verdorbene Gebräu dort zu entsorgen, waren ihre Hühner 3 Tage rückwärts im Kreis gelaufen und hatten jämmerlich miaut.
Marie musste sie im Stall einsperren, was die Sache aber nicht leichter machte, da sich die Hühner das nicht gefallen lassen wollten und eine Revolte anzettelten.
Marie seufzte noch einmal und rührte rein instinktiv rechts herum.
Nach 3 Minuten war der Sud immer noch glasklar, also konnte sie nichts falsch gemacht haben.
Aber was hieß glasklar? Es war ja nicht so, dass nur Wasser im Topf schwamm, Zutaten gehörten schließlich auch dazu.
Über die schwieg sich Marie allerdings besser aus. Aus gutem Grund, denn meist wusste sie selber nicht mehr, was in der Suppe schwamm.
Vielleicht wusste sie deshalb so wenig über sein Anwendungsgebiet Bescheid. Deshalb beschriftete sie vorsichtshalber die Etiketten auch nie mit einem Namen, sondern zum Beispiel mit: “am Tag nach dem Tag gebraut, an dem ich mir den Zeh gebrochen habe“.

Marie wackelte mit dem Kopf, wobei sie aufpassen musste, dass ihr der Hexenhut nicht vom Kopfe fiel.
Hexen müssen natürlich immer einen Hut aufhaben, also eher so ein langes spitzes Ding mit einer breiten Krempe, das einen auf Schritt und Tritt behinderte. Deshalb und wegen der Materialersparnis hatte sie ihn kleiner gehext, so dass er nun wie ein Teller mit Spitze darauf aussah.
Sie konnte ihn natürlich auch wieder groß hexen. Wenn sie wollte.
Das letzte Mal, als sie das versucht hatte, nur rein spaßeshalber, musste sie danach ihr Dach reparieren lassen. Irgendwie war ihr der Spruch daneben gegangen und der Hut hatte den Dachfirst durchstoßen.
Überhaupt war das mit dem Hexenhut und den Zaubersprüchen so eine Sache.
Und mit dem Besen auch.
Hexenbesen sind sehr sensible Geschöpfe. Sie wollen immer geputzt und poliert werden, in der Ecke herum stehen, alles mitkriegen und nie benutzt werden.
Benutze nie einen Hexenbesen, um deine Stube auszufegen. Und bringe ihn nie mit Hexentrank in Berührung, dann spinnen alle, das Gebräu, der Besen und der Hut. Zum Beispiel wenn man zu sehr mit dem Kopf wackelte, dann konnte es passieren, dass der Hut in den Trank fiel, was der übel nahm und anfing überzuschäumen, wobei er den Besen traf, was diesem wiederum nicht gefiel und er wie wild in der Stube herumsauste.
Danach war alles Geschirr kaputt und die Zaubersprüche drehten durch.

Maries Eule, denn selbstverständlich hat jede einigermaßen ehrbare Hexe auch eine Eule, konnte ein Lied davon singen.
Als Marie versucht hatte, ihren angeknacksten Flügel zu richten, war der Zauberspruch schief gegangen und Teresa, so hieß die Eule, musste tagelang auf dem Kopf stehend fressen, weil Marie ihr aus Versehen den Schnabel verdreht hatte. Marie hatte zwar versucht, ihr Suppe einzuflößen, doch die nachtragende Teresa war wütend davon geflogen und hatte sich 3 Tage lang nicht sehen lassen.
Seitdem suchte sie das Weite, wenn Marie Hexentrank braute. Es könnte aber auch sein, dass sie fürchtete, nackt herumfliegen zu müssen, denn Eulenfedern sind ein wichtiger Bestandteil der Hexenbraukunst.
Und Spinnenbeine, die brauchte man auch.
Dumm nur, dass Amelie, Maries Spinne sich standhaft weigerte, eines ihrer Beinchen herzugeben. Lieber krabbelte sie im Keller herum, trank Unmengen von Sekt und wob dann in ihrem Rausch die sonderbarsten Netze, die Marie je gesehen hatte. Außerdem verscheuchte sie wehrlose Mäuse, die der Kater gerade zum Spielen brauchte. Dann war das Gefauche groß und es war ein echtes Wunder, dass dabei nicht alle Flaschen und Gläser zu Bruch gingen.
Womöglich aber funktionierte einmal einer der Zaubersprüche, denn Marie belegte alles, was sie in den Keller brachte, mit einem Unkaputtbarbann, man konnte ja nie wissen, wann es ein Erdbeben gab oder eine Sintflut. So verantwortungsvoll war sie dann doch, dass sie das Zeug nicht ohne Vorwarnung auf die Menschheit losließ.
Marie hatte also ein abwechslungsreiches Leben und fühlte sich nicht einsam.
Aus unerklärlichen Gründen verstand sie die Sprache ihrer Tiere , zumindest die der der Eule, Spinne und des Katers. Die Hühner verstand sie nicht.
‚Scheint am Dialekt zu liegen, Hühner reden anders als Kater, Spinnen oder Eulen.’, dachte sie und hatte im Übrigen nicht vor, sich davon die Stimmung verderben zu lassen.
Der Kater, der tagsüber herumstreunte, erzählte ihr abends stets das Neueste aus dem Dorf, wenn er nicht tage- oder gar wochenlang verschwand. Dann schwieg er sich allerdings aus.
Auch Teresa, die Eule, die gelegentlich bis in die Stadt flog, brachte von ihren Ausflügen stets die eine oder andere interessante Nachricht mit. Die Spinne war in dieser Hinsicht weniger zu gebrauchen. Die einzige Neuigkeit, die sie interessierte, war die Tatsache, ob im Keller genug Sekt vorrätig war.

Irgendwann im Laufe der Jahre hatte sich Marie mit dem Schuster angefreundet, der im Dorf eine kleine Werkstatt betrieb. Sie brachte ihre Schuhe zu ihm und ließ sich ab und an zu einem Schwätzchen überreden. Er war der einzige Mensch im Dorf, mit dem sie überhaupt sprach.
In ihren Augen war er ein sonderbarer Kauz, vom dem sie annahm, dass er ebenfalls hexen konnte, wobei man ja nie etwas von Hexerichen gehört hatte, immer nur von Hexen. Allerdings stellt sich so die Frage der Nachkommenschaft, denn irgendwie müssen ja auch Hexen zur Welt kommen und Mütter und Väter haben. Vorzugsweise Väter, weil Mütter ja sowieso schon da sind. Aber darüber hatte Marie schon so oft nachgedacht und nie eine Antwort gefunden, sie würde bei Gelegenheit ihr Buch der Hexengeschichte herauskramen und darin suchen.

Jetzt hatte sie andere Sorgen, der Trank war fertig und sie musste ihn abfüllen, beschriften und in den Keller bringen. Sie nannte ihn *gebraut an dem Tag, bevor das Chaos begann*. Als sie den neuen Trank in ein Regal stellen wollte, fiel ihr schüttelte sie mit dem Kopf und wunderte sich über ihre Beschriftung. Wieso Chaos, dachte sie und voller Panik registrierte sie, dass kaum noch Platz in den Regalen war, auch der Fußboden war schon voll gestellt. Sollte ein Erdbeben im Anmarsch sein? Und überhaupt, wieso war so wenig Platz, das letzte Mal, als sie hier unten war, konnte sie noch gut alle Regale erreichen.
Ihr musste etwas einfallen.
Kurzzeitig dachte sie erneut daran, den Inhalt der ein oder anderen Flasche zu erproben, schüttelte sich dann in Erinnerung an das Ergebnis ihres bislang einzigen derartigen Versuches. Schon der Gedanke daran war furchtbar.
Marie, von Natur aus eine neugierige Hexe hatte etwas über die Wirkung ihrer Tränke herausfinden wollen.
Anfänglich hatte sie an einen Selbstversuch gedacht und tagelang *Das Buch der Hexengebräue und Zaubertränke* studiert.
Darin waren viele wichtige Sachen beschrieben, zum Beispiel, wie man Werwölfe vertrieb. Allerdings hatte sie noch nie einen zu Gesicht bekommen und war sich auch nicht sicher, ob irgendwo unter ihrem Vorrat etwas Derartiges zu finden war.
Dann hatte sie überlegt, was sie tun würde, wenn sie bei dem Experiment ihn Ohnmacht fallen oder gar sterben würde. Das hatte sie zwar eher für unwahrscheinlich gehalten, weil sie nur genießbare Zutaten verwendete, wenn man einmal davon absah, dass Eulenfedern und Spinnenbeine nicht jedermanns Geschmack sein dürften.
Andererseits waren Ohnmacht und Tod keine erstrebenswerten Ziele, schon allein deshalb, weil man nicht mehr in der Lage war, irgend etwas zu tun; nicht einmal Hilfe hätte sie holen können.
Sie entscheid sich gegen einen Selbstversuch. Das würde man später immer noch tun können.
Es waren ihr nur ihre Mitbewohner geblieben.
Mit einer Flasche *gebraut an dem Tag, an dem ich ein Loch in der linken Socke hatte* bewaffnet, hatte sie sich auf den Weg in den Hühnerstall gemacht. Bis heute verstand sie nicht, wieso sich trotz ihres außerordentlich freundlichen Lächelns alle Hühner auf sie gestürzt hatten und ihr der Hahn sogar ins Gesicht gesprungen war, um anschließend unter lauten Protest ihren Hühnerstall für immer zu verlassen. Angesichts dessen, was sie dann erwartete, war der abtrünnige Hahn das kleinste der Probleme. Kreischend war sie aus dem Stall geflohen, um es nun bei Teresa zu versuchen.
Die hatte sie verächtlich angesehen, war dreimal über ihren Kopf geflogen und hatte schließlich ein Häufchen Eulenkacke auf Maries Hut hinterlassen.
Nun schon beunruhigter hatte sie sich auf den Weg gemacht, Kater Osman zu suchen. Aber kaum hatte der sie erspäht, hatte er fürchterlich angefangen zu fauchen, sich in ihrem Arm festzukrallen, um dort nachhaltige Spuren zu hinterlassen. Völlig entnervt war ihr Amelie als letzter Versuch geblieben, aber die hatte sie seelenruhig an sich herankommen lassen und dann fein säuberlich ein Spinnetz um sie gewoben.
Marie hatte Stunden gebraucht, um sich draus zu befreien, mal ganz abgesehen davon, dass die Eulenkacke ein Loch in ihren Hut gefressen hatte und die Kratzwunden am Arm höllisch brannten.
Wenigstens waren ihr so die Hühner und ihre anderen Tiere erhalten geblieben. Auch wenn die sie in den nächsten Wochen nicht einmal andeutungsweise in ihre Nähe ließen.
Seltsamerweise waren danach alle Flaschen und Gläser aus ihrem Keller verschwunden.
Vielleicht, so sinnierte sie vor sich hin, litt sie aber an berufsbedingtem Gedächtnisschwund und konnte sich nur nicht mehr daran erinnern, dass sie ihren Keller aufgeräumt und wohin sie den Müll gebracht hatte.

Während Marie missmutig die Treppe hinaufstapfte, klopfte es an der Haustür.
‚Das Chaos kommt’, dachte sie und war versucht, es zu überhören. Sie hatte Hunger, es war Zeit für das Abendessen, so ein Hexentrank war nicht in 2 Tagen gebraut und hinterher war man total erschöpft.
Nein, sie wollte in Ruhe einen Tee trinken, einen Plausch mit dem Kater halten und sich dann ins Bett begeben. Keine Störung bitte.
Aber der Klopfer war hartnäckig.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Admin
Admin
Admin
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 39
Alter : 51
Ort : Großraum Stuttgart
Arbeit/Hobbys : Schreiben/Lesen/Harry Potter/Reisen
Laune : Unkreativ
Anmeldedatum : 17.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Sa Okt 18, 2008 6:20 pm

Du kannst ruhig, den teil, der nicht mehr in den ersten Post gepasst hat, gleich danach einstellen, das ist in Ordnung.

Dann hab ich ne frage. Wie eingehend möchtest du den Kommentar, oder die Bearbeitung zu deinem Text haben?

LG
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://schreibwerkstatt.forumieren.de
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Sa Okt 18, 2008 6:24 pm

Alles. was Euch dazu einfällt. Auch ein kompletter Verriß, wenns sein muß. pirat
Ich laß es erstmal so. Mal sehen, wenn mehr gewünscht ist, kann ich ja weiteres reinstellen. Es sind jetzt insgesamt über 80 Din A 4 Seiten; aber ich stecke erstmal fest.

LG und danke Mahony
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Admin
Admin
Admin
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 39
Alter : 51
Ort : Großraum Stuttgart
Arbeit/Hobbys : Schreiben/Lesen/Harry Potter/Reisen
Laune : Unkreativ
Anmeldedatum : 17.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Sa Okt 18, 2008 6:28 pm

Ok wird kommen ... ich hoffe du magst es bunt (falls überhaupt soviel zu finden ist Laughing)
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://schreibwerkstatt.forumieren.de
Sisilia
Moderator
Moderator
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 96
Ort : Bei Stuttgart
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 5:28 pm

Ich bin gerade dabei deinen Text zu... hm wie sagt man dazu? Bearbeiten, zu lesen, meine Anmerkungen zu schreiben.

Aber ich muss eines jetzt gleich loswerden. Er gefällt mir sehr gut. Ich werde ihn aber wirklich Satz für Satz auseinandernehmen und wenn mir etwas auffällt dazu schreiben. Vieles sind nur Vorschläge und meine Meinungen.

Rechtschreibung halte ich mich eh raus, weil da bin nicht gut.

Ich hoffe du wirst die Story zu ende schreiben, denn sie fängt schon so liebenswürdig an.

Vielleicht sollte ich schon ein paar Dinge vorab erklären, dann entstehen keine Fragen. Ich hab mir beim Betalesen ein paar Sachen angewöhnt. Mit Blau schreibe ich meine Änderungs oder Ergänzungsvorschläge. Orange, sind Kommentare von mir, meine Gedanken oder Erklärungen dazu. Grau mache ich Worte, die ich streichen würde (oft steht dann in Klammer ein Wort, dass ich anstatt des nun grauen einsetzten würde.)

Ja das ... wars erst mal... ich weiß nur, dass ich nachher den Text in mind. 2 oder 3 Post packen werden muss. Und dann bin ich gespannt, ob du sagst, von der lass ich mir nie wieder meinen Text drüberlesen Laughing (ist mir schon passiert)

Ach ja, ich versuche wenn möglich, die Texte der Schreiber so wenig wie nötig zu verändern, es sollen ja ihre Texte bleiben.

Das wars erst mal

LG Sil

p.s. die grad keine Lust hat,s ich an die neue Aufgabe zu machen Embarassed
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://sisilia.forumieren.de/
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 5:36 pm

Hihi Sil, das werden wir ja sehen, aber danke erstmal fürs Lesen.
Das ist schon die mindestens 3. Fassung des Anfangs und die, die nach der Schreibwerkstatt entstand. Von wegen verdichten des Textes. affraid Dabei isses, glaube ich noch mehr geworden. cheers
Ich habe, wie gesagt, bisher über 80 Din- A 4 Seiten dazu geschrieben, olle Sessellehne soll sich ja entwickeln. Aber ich glaube, insgesamt ist die ganze Geschichte zu flach. Dieser dämliche Spannungsbogen. Da wollt ich auch noch einiges machen. sunny Nur leider fallen mir eben nie so tolle Dinge ein, wie zum Beispiel Birgits olle vertrocknete Dattel pale .
Aber schaun wir mal.

Was die 4. Aufgabe betrifft, jo, da hab ich ne Idee, aber mehr auch nicht und die will und will nicht ausreifen. Is ne blöde Aufgabe diesmal , finde ich. scratch
Also denne, viel Spaß beim Lektorieren.

LG Mahony
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Sisilia
Moderator
Moderator
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 96
Ort : Bei Stuttgart
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 8:01 pm

Ok ich ... habs mal durch. Bitte nit den Kopf abreißen. Es sind nur Vorschläge und Meinungen von mir. Was du annimmst oder ob du gar nix änderst, überlasse ich dir.

Fang ich mal an.


Am Rande des Dorfes stand einsam und verlassen ein kleines, windschiefes Häuschen umgeben von einem Staketzaun, an dem einzelne Latten fehlten.
Reste abgeblätterter Farbe zeugten davon, dass er einst grün gestrichen gewesen sein musste. (ich würde hier ein Komma machen und einen Satz daraus) Genau wie die Fenster und die Tür des Hauses. Reste abgeblätterter Farbe zeugten davon, dass er einst grün gestrichen gewesen sein musste, genau wie die Fenster und die Tür des Hauses.

Weißt du was mir persönlich besser gefallen würde, wenn du ein paar adjektive mit einbringen würdest.
Beispiel:


Am Rande des kleinen/alten/friedlichen/ruhigen Dorfes …

… und die Tür des alten/ kleinen/ schmucklosen/ noch gut erhaltenen/ verkommenen Hauses.
(wie immer das Haus auch sein sollte)

Ich mag es sehr wenn man Dinge mit adjektiven genauer beschreibt, sie geben für mich den Geschichten mehr Farbe.



Der kleine Garten war verwildert, keine sorgsam angelegten Beete wiesen darauf hin, dass jemandem daran gelegen war, Gemüse anzubauen oder Blumen zu züchten.
Unkraut, Kräuter, Blumen, alles wuchs wild durcheinander. Der Wind verfing sich heulend in den Kronen der Bäume, die ungestutzt in den Himmel zu wachsen schienen. Besonders einer der Kastanienbäume war so hoch, dass man den Kopf in den Nacken legen musste, um die Ansätze seiner Krone zu sehen. Nirgends sonst hatte die Leute jemals so einen Baum gesehen.
Die Kinder machten einen Bogen um das Haus, die Erwachsenen versuchten hin und wieder scheu einen Blick über den Zaun.
Nichts deutete darauf hin, dass hier jemand lebte.


Ich würde auch manche Zeilenumbrüche anders setzten:

Meines:

Der kleine Garten war verwildert, keine sorgsam angelegten Beete wiesen darauf hin, dass jemandem daran gelegen war, Gemüse anzubauen oder Blumen zu züchten. Unkraut, Kräuter, Blumen, alles wuchs wild durcheinander.
Der Wind verfing sich heulend in den Kronen der Bäume, die ungestutzt in den Himmel zu wachsen schienen.


Erklärung dazu: das mit dem Unkraut gehört vom Sinn her noch zu dem Garten, den Beeten doch der der Wind im nächsten Satz gehört nicht mehr zu den Beeten sondern zu den Bäumen.


Und doch war das Häuschen bewohnt. Von einer seltsamen Frau, deren Alter man nicht schätzen konnte und die jeden Kontakt zu den Menschen mied.
Sie sprach nicht viel, trug Sommer wie Winter einen braun karierten Rock, eine Bluse von undefinierbarer Farbe und ein Dreieckstuch um die Schulter. Ihren Kopf zierte ein spitzer Hut.
Niemand wusste, wo sie hergekommen war. Plötzlich, wie über Nacht war sie da.

Plötzlich, wie über Nacht … hm… nicht glücklich damit bin … Sie war einfach irgendwann da, keiner hatte gesehen, wie oder wann sie eingezogen war. (Vorschlag)
(hm ich fände es noch schön, wenn du ihr eine Haarfarbe zuordnen würdest, aber muss nicht sein. Ich hab extra grad nochmal nachgelesen was für ne Haarfarbe sie hat Laughing)


Wenn sie, was selten geschah ins Dorf ging, schaute sie nicht nach links oder rechts und ihr Blick war seltsam abwesend.
Darum sprachen die Menschen hinter vorgehaltener Hand von ihr nur als (Wort als würde ich weglassen) von der „ verrückten Marie“ oder der „Hexe“, obwohl niemand wirklich glaubte, dass sie geistesgestört sei oder sogar zaubern könne.
Sie war eben anders.

Doch Marie, Erdmute, Wilhelmine, Anastasia Sessellehne war tatsächlich eine Hexe.
Für ihre Vornamen konnte sie nichts. Man hatte sie nicht gefragt, wahrscheinlich auch deswegen, weil sie zur Zeit ihrer Namensgebung kaum in der Lage gewesen wäre, sich eindeutig zu artikulieren.
(Vorschlag: Man hatte sie nicht gefragt, ob sie damit einverstanden war, wahrscheinlich auch deswegen, weil sie zur Zeit ihrer Namensgebung noch nicht in der Lage gewesen war, sich dazu zu äußern, geschweige denn zu verstehen, um was es hier überhaupt ging.)
Sie ärgerte sich zuweilen still vor sich hin und war froh, dass wenigstens einer ihrer Vornamen zeitlos war; Marie. So hatte sie sich den Dorfbewohner vorgestellt, wenn sie nach ihrem Namen gefragt worden war. Marie Sessellehne.
Der Nachname bereitete ihr nicht weniger Kopfzerbrechen als die Vornamen Verdruss.
Sessellehne, wer hieß schon Sessellehne! (genial, gefällt mir super)
Da dachte man („man“ vielleicht gegen „jeder“ austauschen?) doch sofort an ein altes verstaubtes Teil, das keiner mehr haben wollte und das deshalb in irgend einer Ecke ein unendlich trostloses Dasein führte.
Sie jedenfalls war weder alt noch verstaubt. Und auch nicht nutzlos. Wobei (Wenn auch) der Nutzen, den sie brachte, gerade nicht nachgewiesen werden konnte.
Marie seufze, als sie das zu Ende gedacht hatte und rührte gedankenverloren in ihrem blubbernden Hexentrank.
Hexen müssen immer einen Hexentrank brauen, das ist ein altes Hexengesetzt. Leider konnte sich Marie nicht mehr daran erinnern, zu was er taugen könnte, aber darüber zerbrach sie sich nicht den Kopf. (und irgendwann hatte sie beschlossen, sich nicht mehr den Kopf darüber zu zerbrechen)
Trotzdem sich ihr der Nutzen des Gebräus vorerst nicht erschloss, füllte sie ihn, wenn er fertig gebraut war, sorgsam in Flaschen und Gläser und lagerte ihn im Keller ein.
Wenn ihr nicht bald einfiel, was sie damit anderes machen könnte, würde wahrscheinlich ihr Keller aus allen Nähten platzen oder sie müsste (musste? „müsste“ klingt komisch, bin aber nicht sicher) umziehen.
Aber Umziehen wollte sie nicht, sie wohnte in diesem kleinen Dorf seit sie denken konnte. Oder konnte sie denken, seit sie in diesem Dorf wohnte?
Sie dachte eine kleine Weile darüber nach und entschied dann, dass es auf dasselbe hinauslief. (nicht wieder mit Sie anfange: Eine kleine Weile dachte sie darüber nach und entschied dann, dass es auf dasselbe hinauslief)
Zumindest ließ man sie in Ruhe und niemand beschwerte sich über den seltsamen Geruch, den ihr Gebräu ab und an verströmte.

Apropos Hexentrank, (ich würde hier ein Ausrufezeichen machen, oder zumindest einen Punkt und dann einen neuen Satz beginnen) jetzt hatte sie doch schon wieder vergessen, darin zu rühren und nun wusste sie auch nicht mehr, ( und sie wusste auch nicht mehr, )musste sie rechts- oder links herum rühren. Das war nämlich das Wichtigste beim Kochen eines Hexentrankes, (Auch hier würde ich ein Ausrufezeichen setzten, denn es war ja das wichtigste, und die Erklärung in den Nächsten Satz packen) man musste einmal so und einmal so rühren und das mit schöner Ungleichmäßigkeit, sonst wurde die Brühe trübe und man konnte sie wegschütten. Und wohin dann damit?
Erst vorigen Mittwoch hatte Marie ihre Toilette zum wiederholten Male gesprengt und der Klempner hatte sie sehr merkwürdig angeschaut, als er das Malheur richten (reparieren) musste.
Der Hühnerstall eignete sich ebenfalls denkbar schlecht.
Nachdem sie einmal versucht hatte, das verdorbene Gebräu dort zu entsorgen, waren ihre Hühner 3 dreiTage rückwärts im Kreis gelaufen und hatten dazu jämmerlich miaut.
Marie musste sie schließlich im Stall einsperren, was die Sache aber nicht leichter machte, da sich die Hühner das nicht gefallen lassen wollten und am Ende eine Revolte anzettelten.
Marie seufzte noch einmal und rührte rein instinktiv rechts herum.
Nach 3 Minuten war der Sud immer noch glasklar, also konnte sie nichts falsch gemacht haben.
Aber was hieß glasklar? Es war ja nicht so, dass nur Wasser im Topf schwamm, Zutaten gehörten schließlich auch dazu.
Über die schwieg sich Marie allerdings besser aus. Aus gutem Grund, denn meist wusste sie selber nicht mehr, was in der Suppe schwamm.
Vielleicht wusste sie deshalb so wenig über sein Anwendungsgebiet Bescheid. Deshalb beschriftete sie vorsichtshalber die Etiketten auch nie mit einem Namen, sondern mit anderen Dingen wie, zum Beispiel mit: “am Tag nach dem Tag gebraut, an dem ich mir den Zeh gebrochen habe“.

Marie wackelte mit dem Kopf, wobei sie aufpassen musste, dass ihr der Hexenhut nicht vom Kopfe fiel. (zwei mal Kopf: Vorschlag: … dass ihr der Hexenhut nicht ins Gesicht rutschte oder gar ganz herunterfiel.)
Hexen müssen natürlich immer einen Hut aufhaben, also eher so ein langes spitzes Ding mit einer breiten Krempe, das einen auf Schritt und Tritt behinderte. Deshalb und wegen der Materialersparnis hatte sie ihn kleiner gehext, so dass er nun wie ein Teller mit Spitze darauf aussah. (Also ich hab schon einen ganzen Tag einen Hexenhut getragen und soo hinderlich war er gar nicht Laughing )
Sie konnte ihn natürlich auch wieder groß hexen. Wenn sie wollte.
Aber das letzte Mal, als sie das versucht hatte, nur rein spaßeshalber, musste sie danach ihr Dach reparieren lassen. Irgendwie war ihr der Spruch daneben gegangen und der Hut hatte doch tatsächlich den Dachfirst durchstoßen.
Überhaupt war das mit dem Hexenhut und den Zaubersprüchen so eine Sache.
Und mit dem Besen auch (erst recht).
Hexenbesen sind sehr sensible Geschöpfe. Sie wollen immer geputzt und poliert werden, in der Ecke herum stehen, alles mitkriegen und nie benutzt werden.
Benutze nie einen Hexenbesen, um deine Stube auszufegen. Und bringe ihn nie mit Hexentrank in Berührung, denn dann spinnen alle, das Gebräu, der Besen und der Hut. (Zeilenumbruch?) Zum Beispiel (Komma einfügen?) wenn man zu sehr mit dem Kopf wackelte, dann konnte es passieren, dass der Hut in den Trank fiel, was der übel nahm und anfing überzuschäumen, wobei er den Besen traf, was diesem wiederum nicht gefiel und er wie wild in der Stube herumsauste.
Danach war alles Geschirr kaputt und die alle Zaubersprüche drehten durch.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://sisilia.forumieren.de/
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 8:15 pm

wow Sil, das fetzt. Ich könnte mich beißen, einige Fehler hätte ich tatsächlich vermeiden können, aber das hat man davon, wenn man in einem bestehenden Text herrummurkst. rendeer
Und ihre Haare sind rot, siehste das hab ich aus Versehen auch mit rausgestrichen. Laughing
Tja und das zum Thema verdichten *ganzbreitgrins*, bei Dir wird der Text ja noch länger.
Ich finde Deine Vorschläge jedenfalls in Ordnung.

Ganz ganz liebe Kampfesgrüße

Mahony, die nun doch einen Text für die 4. Aufgabe hat, aber die mods pennen und er ist erstmal auf Eis gestellt. santa Sleep geek
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Sisilia
Moderator
Moderator
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 96
Ort : Bei Stuttgart
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 8:31 pm

Maries Eule, denn selbstverständlich hat jede einigermaßen ehrbare Hexe auch eine Eule, konnte ein Lied davon singen.
Als Marie eines Tages versucht hatte, ihren angeknacksten Flügel zu richten, war der Zauberspruch dermaßen schief gegangen und Teresa, so hieß die Eule, musste tagelang auf dem Kopf stehend fressen, weil Marie ihr aus Versehen den Schnabel verdreht hatte. (… dass Teresa, so hieß die Eule, tagelang auf dem Kopf stehend fressen musste, weil Marie ihr ausversehen den Schnabel verdreht hatte.) Marie hatte zwar versucht, ihr Suppe einzuflößen, doch die nachtragende Teresa war wütend davon geflogen und hatte sich 3 Tage (soweit ich weiß, schreibt man vor allem kleine Zahlen immer aus: drei Tage) lang nicht sehen lassen.
Seitdem Seit diesem Ereignis suchte sie das Weite, wenn Marie Hexentrank braute (begann einen Hexentrank zu brauen). Es könnte aber auch sein, dass sie fürchtete, nackt herumfliegen zu müssen, denn Eulenfedern sind ein wichtiger Bestandteil der Hexenbraukunst. (Vielleicht aber auch deshalb, weil sie fürchtete, bald nackt herumfliegen zu müssen, denn Eulenfedern sind ein wichtiger Bestandteil der Hexenbraukunst) (der andere Satz ist mir zu sehr in den Raum geworfen)
Und Spinnenbeine, die brauchte man auch.
Dumm nur, dass Amelie, Maries Spinne sich stets standhaft weigerte, eines ihrer Beinchen herzugeben. Lieber krabbelte sie im Keller herum, trank Unmengen von Sekt und wob dann in ihrem Rausch die sonderbarsten Netze, die Marie je gesehen hatte. Außerdem verscheuchte sie wehrlose Mäuse, die der Kater gerade zum Spielen brauchte. Dann war das Gefauche groß und es war ein echtes Wunder, dass dabei nicht alle Flaschen und Gläser zu Bruch gingen. (Verwirrt bin, die Spinne verscheucht die Mäuse?)
Womöglich aber funktionierte einmal einer der Zaubersprüche, denn Marie belegte alles, was sie in den Keller brachte, mit einem Unkaputtbarbann, man konnte ja nie wissen, wann ob es nicht ein Erdbeben gab oder eine Sintflut. So verantwortungsvoll war sie dann doch, dass sie das Zeug nicht ohne Vorwarnung auf die Menschheit losließ. (Den Satz finde ich unglücklich: … , dass sie die ahnungslose Menschheit vor dem Zeug schützte.)
Marie hatte also ein abwechslungsreiches Leben und fühlte sich nicht im mindesten einsam.
Aus unerklärlichen Gründen verstand sie die Sprache ihrer Tiere, zumindest die der der Eule, der Spinne und des Katers. Die Hühner verstand sie allerdings nicht.
‚Scheint am Dialekt zu liegen, Hühner reden anders als Kater, Spinnen oder Eulen.’, dachte sie und hatte im Übrigen nicht vor, sich davon (deshalb) die Stimmung verderben zu lassen.
Der Kater, der tagsüber herumstreunte (der tagsüber herumzustreunen pflegte), erzählte ihr abends stets das Neueste aus dem Dorf, außer wenn er nicht tage- oder gar wochenlang verschwand. Dann schwieg er sich allerdings aus. (vielleicht den Satz an den vorherigen direkt mit Komma dran hängen, fände ich passender)
Auch Teresa, die Eule, die gelegentlich bis in die Stadt flog, brachte von ihren Ausflügen stets die eine oder andere interessante Nachricht mit. Die Spinne war in dieser Hinsicht weniger zu gebrauchen. Die einzige Neuigkeit, die sie interessierte, war die Tatsache, ob im Keller genug Sekt vorrätig war.

Irgendwann im Laufe der Jahre hatte sich Marie mit dem Schuster angefreundet, der im Dorf eine kleine Werkstatt betrieb. Sie brachte in regelmäßigen/unregelmäßigen Abständen ihre Schuhe zu ihm und ließ sich dann ab und an zu einem Schwätzchen überreden. Er war der einzige Mensch im Dorf, mit dem sie überhaupt sprach.
In ihren Augen war er ein sonderbarer Kauz, vom dem sie annahm, dass er ebenfalls hexen konnte, wobei man ja nie etwas von Hexerichen gehört hatte, immer nur von Hexen. Allerdings stellt sich so die Frage der Nachkommenschaft, denn irgendwie müssen ja auch Hexen zur Welt kommen und Mütter und Väter haben. Vorzugsweise Väter, weil Mütter ja sowieso schon da sind. Aber Auch darüber hatte Marie schon so oft nachgedacht und nie eine Antwort gefunden, sie würde bei Gelegenheit ihr Buch der Hexengeschichte herauskramen und darin suchen. (Auch darüber hatte Marie schon so oft nachgedacht und nie eine Antwort gefunden. Sie würde bei Gelegenheit ihr Buch der Hexengeschichte herauskramen und darin suchen.)


Jetzt hatte sie andere Sorgen, der Trank war fertig und sie musste ihn abfüllen, beschriften und in den Keller bringen.
(Jetzt hatte sie andere Sorgen. Der Trank war fertig und sie musste ihn abfüllen, beschriften und in den Keller bringen.)
Sie nannte ihn *gebraut an dem Tag, bevor das Chaos begann*. Als sie den neuen Trank in ein Regal stellen wollte, fiel ihr (gehört hier wohl nicht rein) schüttelte sie mit dem Kopf und wunderte sich über ihre Beschriftung. Wieso Chaos, dachte sie und voller Panik registrierte sie, dass kaum noch Platz in den Regalen war … (und im gleichen Moment registrierte sie voller Panik, dass kaum noch Platz in den Regalen war), auch der Fußboden war schon voll gestellt. Sollte ein Erdbeben im Anmarsch sein? Und überhaupt, wieso war so wenig Platz, das letzte Mal, als sie hier unten war, konnte sie noch gut alle Regale erreichen.
(Und überhaupt, wieso war so wenig Platz? Das letzte Mal, als sie hier unten war, konnte sie noch gut alle Regale erreichen?)
Ihr musste etwas einfallen.
Kurzzeitig dachte sie erneut daran, den Inhalt der ein oder anderen Flasche zu erproben, schüttelte sich dann aber, in Erinnerung an das Ergebnis ihres bislang einzigen derartigen Versuches. Schon der Gedanke daran war furchtbar erzeugte bei ihr eine heftige Gänsehaut.
Marie, von Natur aus eine neugierige Hexe (Komma einfügen?) hatte etwas über die Wirkung ihrer Tränke herausfinden wollen.
Anfänglich hatte sie an einen Selbstversuch gedacht und tagelang *Das Buch der Hexengebräue und Zaubertränke* studiert.
Darin waren viele wichtige Sachen beschrieben, zum Beispiel, wie man Werwölfe vertrieb. Allerdings hatte sie noch nie einen zu Gesicht bekommen und war sich auch nicht sicher, ob irgendwo unter ihrem Vorrat etwas Derartiges derartige Zutaten zu finden waren.
Dann hatte sie überlegt, was sie tun würde, wenn sie bei dem Experiment ihn Ohnmacht fallen oder gar sterben würde. Das hatte sie zwar eher für unwahrscheinlich gehalten, weil sie nur genießbare Zutaten verwendete, wenn man einmal davon absah, dass Eulenfedern und Spinnenbeine nicht jedermanns Geschmack sein dürften.
Andererseits waren Ohnmacht und Tod keine erstrebenswerten Ziele, schon allein deshalb, weil man nicht mehr in der Lage war, irgend etwas zu tun; nicht einmal Hilfe hätte sie holen können.
Sie entscheid entschied (Tippfehler) sich gegen einen Selbstversuch. Das würde man (nicht besser „sie“? )später immer noch tun können.
Es waren ihr nur ihre Mitbewohner geblieben. (So blieben ihr nur ihre Mitbewohner)
Mit einer Flasche *gebraut an dem Tag, an dem ich ein Loch in der linken Socke hatte* bewaffnet, hatte sie sich auf den Weg in den Hühnerstall gemacht. Bis heute verstand sie nicht, wieso sich trotz ihres außerordentlich freundlichen Lächelns alle Hühner auf sie gestürzt hatten und ihr der Hahn sogar ins Gesicht gesprungen war, um anschließend unter lautem Protest ihren Hühnerstall für immer zu verlassen. Angesichts dessen, was sie dann erwartete, war der abtrünnige Hahn das kleinste der Probleme. Kreischend (damit bin ich auch nicht glücklich, Vorschläge: Klagend, Schmollend, Sich Grämend ) war sie aus dem Stall geflohen, um es nun bei Teresa zu versuchen.
Die hatte sie jedoch nur verächtlich angesehen, war dreimal über ihren Kopf geflogen und hatte schließlich ein Häufchen Eulenkacke (Eulendung könntest du auch schreiben) auf Maries Hut hinterlassen.
(Nicht mehr ganz so aufgeregt,) Nun schon beunruhigter hatte sie sich auf den Weg gemacht, Kater Osman zu suchen. Aber kaum hatte der sie erspäht, hatte er fürchterlich angefangen zu fauchen, sich in ihrem Arm festzukrallen, um dort nachhaltige Spuren zu hinterlassen. ( … festgekrallt und dort nachhaltige Spuren hinterlassen) Völlig entnervt war ihr Amelie als letzter Versuch geblieben, aber die hatte sie seelenruhig an sich herankommen lassen und dann einfach fein säuberlich ein Spinnnetz um sie gewoben.
Marie hatte anschließend Stunden gebraucht, um sich draus zu befreien, mal ganz abgesehen davon, dass die Eulenkacke (der Eulendung) ein Loch in ihren Hut gefressen hatte und die Kratzwunden am Arm höllisch brannten.
Wenigstens waren ihr so die Hühner und ihre anderen Tiere erhalten geblieben. Auch wenn die (diese?) sie in den nächsten Wochen nicht einmal andeutungsweise in ihre Nähe ließen.
Seltsamerweise waren danach alle Flaschen und Gläser aus ihrem Keller verschwunden.
Vielleicht, so sinnierte sie vor sich hin, litt sie aber an berufsbedingtem Gedächtnisschwund und konnte sich nur nicht mehr daran erinnern, dass sie ihren Keller aufgeräumt und wohin sie den Müll gebracht hatte.

Während Marie missmutig die Treppe hinaufstapfte, klopfte es an der Haustür.
‚Das Chaos kommt’, dachte sie und war versucht, es zu überhören. Sie hatte Hunger, es war Zeit für das Abendessen, so ein Hexentrank war nicht in 2 Tagen gebraut und hinterher war man total erschöpft.
Nein, sie wollte in Ruhe einen Tee trinken, einen Plausch mit dem Kater halten und sich dann ins Bett begeben. Keine Störung bitte.
Aber der Klopfer war hartnäckig.


So zwei mal durchgelesen hoffe hab nix vergessen. Und bin jetzt gespannt, ob du nie wieder mit mir redest :LOL:

Liebe Grüße Sil
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://sisilia.forumieren.de/
Sisilia
Moderator
Moderator
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 96
Ort : Bei Stuttgart
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 8:34 pm

ich war doch noch nicht fertig Laughing aber jetzt bin ichs .. zumindest mit deinem ...

Ich bin kein Freund von verdichten ... ich hab auch den Sinn nicht verstanden, warum das gut sein soll?

Würdest du aus aus einem Konzert ein oder mehrere Instrumente entfernen, wenn das Lied gut klingt? (vielleicht nur, wenn du nicht alle Musiker bezahlen kannst Cool )

Der Text muss für mich harmonisch sein. Wie Musik. Ist jedenfalls meine Meinung. Deshalb liebe ich es auch wie Cornelia Funke schreibt.

Liebe Grüße Sil

EDIT: Und ich mag die Story sehr gern. Auch wenn ich noch keine Ahnung habe, was deine arme Marie noch erleben wird. Weiß ja nicht, ob du den Plot verraten willst, oder den ungefänren roten Faden der Story
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://sisilia.forumieren.de/
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 9:26 pm

grien ich kann ja alles reinstellen , hätte kein Problem damit; aber wenns gewünscht wird z.B. erst mal noch den Rest von Kapitel eins


LG Mahony
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Admin
Admin
Admin
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 39
Alter : 51
Ort : Großraum Stuttgart
Arbeit/Hobbys : Schreiben/Lesen/Harry Potter/Reisen
Laune : Unkreativ
Anmeldedatum : 17.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 9:57 pm

Ich glaube besser langsam. Ich meine du weißt ja, wir haben auch noch anderes zu tun :LOL:

Immer erst neues Posten, wenn darauf ne Antwort kam würd ich vorschlagen. So muss jeder der wissen will, wie es weiter geht, was schreiben Very Happy

LG
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://schreibwerkstatt.forumieren.de
Birgit Böckli
1 Sieger des 1. Schreibwettbewerbs
1 Sieger des 1. Schreibwettbewerbs


Anzahl der Beiträge : 56
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: An Mahony   So Okt 19, 2008 10:15 pm

Hallo Mahony,
so, jetzt bin ich auch endlich dazu gekommen, mir den Anfang deiner Hexengeschichte durchzulesen. Da geht es ja ordentlich rund und auch nicht alles läuft glatt. Das ist doch schonmal ein guter Ansatz. Ich bin mit der Art dieser Geschichte ein bißchen ins Straucheln gekommen. Normalerweise merke ich nach den ersten paar Sätzen bereits, was das für ein Text ist, den ich da lese, z.B. etwas Nachdenkliches, eine Kindergeschichte, eine Komödie etc. Bei deinem Text bin ich noch immer nicht schlüssig. Wer ist deiner Meinung nach der ideale Leser für die Geschichte? Ist das für Kinder gemacht? So klingt es eigentlich nicht. Aber für Erwachsene fehlt mir trotz aller Kapriolen die langsame Steigerung eines Hauptkonfliktes, wenigstens andeutungsweise. Naja, vielleicht steht das große problem ja gerade vor der Tür und klopft an?
Es liest sich mit den vielen witzigen Begebenheiten und dem humoristisch geprägten Stil wie eine Art Glosse, aber dafür ist es natürlich viel zu lang.
Deinen Stil finde ich im übrigen sehr schön ausgereift, sicherlich mit kleinen Schnitzern, aber die kommen wohl bei jedem vor.
Die Idee gefällt mir auch, soweit ich sie kenne, nur wäre ich dieses Thema wohl irgendwie anders angegangen. Aber wahrscheinlich ist das nur wieder meine besserwisserische Hirnhälfte, die da spricht.
Viele Grüße Birgit
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Admin
Admin
Admin
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 39
Alter : 51
Ort : Großraum Stuttgart
Arbeit/Hobbys : Schreiben/Lesen/Harry Potter/Reisen
Laune : Unkreativ
Anmeldedatum : 17.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 10:49 pm

Ich hatte vergessen zu sagen, dass mich die Gesichte ein wenig an die Kleine Hexe erinnert, oder den kleinen Wassermann, oder das kleine Gespenst. Also für mich würde es eher in die Rubrik Kindergeschichte fallen, aber natürlich auch für Erwachsene geeignet.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://schreibwerkstatt.forumieren.de
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 10:50 pm

und weißt Du, was noch? Manche Sätze hast Du wieder so geschrieben, wie ich sie ganz am Anfang hatte affraid : lachmichweg, hätte ich mir das korrigieren auch sparen können *aufdieschenkelhauvorvergnügen*
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Admin
Admin
Admin
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 39
Alter : 51
Ort : Großraum Stuttgart
Arbeit/Hobbys : Schreiben/Lesen/Harry Potter/Reisen
Laune : Unkreativ
Anmeldedatum : 17.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 10:57 pm

Siehtst du mal, kürzen ist nicht alles. Manchmal kann man Handlungen kürzen, wenn man feststellt, dass sie sich aus dem folgenden ergeben. Aber ich finde man sollte nicht einfach nur worte rauskürzen, damit der Text kürzer wird.

Ach ja im Moment nit wundern, wenn ich mal mit admin, mal mit Sisilia tippe, ich bin noch am Basteln am Forum und zufaul mich dauernd ein und auszuloggen. Später werde ich versuchen zu vermeiden mit dem Admin zu posten, wenn es um Stories geht...

Liebe Grüße
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://schreibwerkstatt.forumieren.de
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   So Okt 19, 2008 11:12 pm

Hallo Birgit
ja eben, ich weiß es selber nicht. Es sollte mal einfach nur ne lustige Geschichte für Erwachsenen werden. Aber dann hat sich die dumme Sessellehne selbstständig gemacht. Und nun bin ich wegen des Plots am Grübeln. Trägt sicher nicht die Geschichte. Hach nee, ist das eine verflixte Sache mit der Schreiberei Mad

Sei ganz lieb gegrüßt Mahony
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Sisilia
Moderator
Moderator
avatar

Weiblich
Anzahl der Beiträge : 96
Ort : Bei Stuttgart
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Mo Okt 20, 2008 12:23 am

Ja ist nicht so einfach. Aber es macht dennoch viel Spaß, solange man ohne Korsett schreiben darf Laughing

LG

_________________
.
Liebe Grüße eure Sisilia


Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun
(Cornelia Funke Tintenwelt)




Noch viel mehr über mich und meine Geschichten
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://sisilia.forumieren.de/
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Mo Okt 20, 2008 5:09 am

Stimmt Sil,
wenn ich bloß an die 4. Aufgabe denke. Mitlerweile hab ich einen Text, auch reingestellt, aber begeistert bin ich davon nicht. Mir fehlen zu viele Infos, die ich auch nicht beschaffen konnte. Z.B. für wen spioniert Burckhardt und wie kommt Frau Kinkel auf Freibeuter?
Andererseits denke ich aber wieder, dieses Korsett diszipliniert auch. Du mußt Dich mit dem Thema beschäftigen und Dich an Rahmen halten. Das muß man in seinem eigenen Schreiberlingswerk auch.

Also denne, ich muß gleich los und bin noch sooooooooooooo müde.
Es kann alles nur besser werden.

LG Mahony
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Sanni

avatar

Anzahl der Beiträge : 4
Anmeldedatum : 23.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Do Okt 23, 2008 9:53 pm

Hallo, ich seh die Hexen quasi vor mir sitzen. Das wäre bestimmt auch ein tolles Bilderbuch. Nur bei der Zielgruppe, bin ich mir nicht so einig. Vielleicht Vorschulkinder also 5 Jahre. Kannst du malen? Das wäre wirklich lustig, deine Hexen zu sehen. Einen Käufer hast du schon mal;) Also los, ich will dieses Buch haben.
Servus Sanni
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Do Okt 23, 2008 10:00 pm

Hey Sanni

ich nehm Dich beim Wort. Laughing
Naja, nein eigentlich keine Kinder. Das ist hier nur der Anfang, die Geschichte lebt dann eigentlich sehr viel von den Dialogen zwischen dem Schuster und der Frau Sessellehne; sie muß nämlich wieder in ihre Welt zurück und zwar in die "verwunderte Welt". Dabei erlebt sie eine Menge Abenteuer (also hoffe ich doch, daß es welche sind) und erinnert sich endlich an ihr früheres Leben (da war nämlich ein Vergessenszauber der Frau Wahnfriedlinde Blätterteig etwas sehr doll schief gegangen). Und da sind viele Ansätze, die Kinder vielleicht nicht verstehen würden.

Malen kann ich nicht, aber ich hab die Frau Sessellehne mal aus Ton modeliert (also versucht affraid ).

LG und danke fürs Lesen
Mahony
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Sanni

avatar

Anzahl der Beiträge : 4
Anmeldedatum : 23.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Fr Okt 24, 2008 2:53 pm

Hallo!!!
Es gibt auch längere Bilderbücher. Ich denke deine Geschichte könnte dadurch also schon profitieren. Model in Ton- hört sich doch schon mal vielversprechend an. Nun bitte die ganze Welt in Ton und dann fotografieren. Mann das ist doch klasse!!!
Aber Du möchtest sie lieber für die Erwachsenenwelt?? Schade! Doch ich glaube, die die Fantasie haben lesen auch die Kinderbücher.
Ich meine nehmen wir z.B. Biss zum Morgengrauen, es steht im Regal der Kinderbücher- bzw. Jugendliteratur. Also liege ich vielleicht nicht so falsch. Würde wirklich gerne mehr lesen und auch sehen.
Servus Sanni
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Fr Okt 24, 2008 7:43 pm

Hallo Sunni,

naja, ich könnt ja noch bissel was reinstellen, das erste Kapitel ist ja nicht vollständig drin. Hm, ich machs einfach. basta.
Naja und die Tonmodelle , jesses, da kriegste nen Schreck, ich bin sowas von unbegabt darin, ich habs gemacht, weil mir nix anderes einfiel, was ich hätte aus Ton machen sollen.

LG Mahony
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Mahony



Weiblich
Anzahl der Beiträge : 28
Ort : tief im Osten
Arbeit/Hobbys : keine/Schreiben
Laune : himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Anmeldedatum : 18.10.08

BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   Fr Okt 24, 2008 7:53 pm

So na denn, hier die Fortsetzung
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Es blieb ihr nichts anderes übrig, als zur Tür zu schlurfen und sie zu öffnen. Noch nie hatte sie jemand besucht, zumindest keiner, den sie nicht bestellt hatte. Im Moment brauchte sie weder einen Klempner noch einen Dachdecker, hatte auch keinen gerufen, da war sie ganz sicher.
Sie öffnete also die Tür und erschrak sich fast zu Tode. Vor ihr stand der Schuster. Ehe sie sich recht überlegt hatte, was sie mit ihm machen sollte, war er auch schon in ihre Stube gestürmt und bellte los:
„ Erdmute, pack deine Koffer, wir haben zu tun!“
Er schaute sich sehr auffällig um und brummte so etwas, wie ‚na das sieht ja aus hier’, achtete überhaupt nicht auf ihr verblüfftes Gesicht und trommelte mit den Fingern auf die Tischplatte.
Da war er bei Marie genau richtig, hereinstürmen, dumme Sprüche ablassen und sich benehmen wie die Axt im Walde. Marie stemmte die Hände in die nicht gerade unüppig ausgefallenen Hüften und maulte zurück:
„ Erdmute? Wieso Erdmute?“
Seit Jahrzehnten hatte sie keiner mehr so genannt. Um ehrlich zu sein, konnte sie sich überhaupt nicht daran erinnern, jemals mit diesem Namen angeredet worden zu sein.
*Ich habe jetzt keine Zeit.*, fauchte sie zurück.
Damit war für sie das Thema erledigt, sie drehte sich demonstrativ von ihm weg und richtete ihre ganze Aufmerksamkeit auf ihre Wohnzimmerwand. So, als würde der Schuster schon allein dadurch verschwinden, dass sie ihn nicht sah.
Die Wand müsste neu gestrichen werden, stellte sie fest und zu ihrem Erstaunen auch, dass Amelie in der Ecke saß und sie erwartungsvoll anschaute.
Amelie, was machte denn die hier, war etwa der Sekt schon wieder alle? Aber da kam auch schon Teresa herein geflogen und Kater Osman benahm sich einfach erstaunlich. Er saß auf ihrem Sessel und ignorierte die Spinne, die er seit dem Vorfall mit der Maus anfauchte, wann immer sie sich begegneten.
Es schien, als würden sie sie alle irgendwie gespannt anschauen, als erwarteten sie eine Entscheidung von ihr. Aber das konnte sie sich auch eingebildet haben, schließlich und wie gesagt, das Hexentrankbrauen war anstrengend, danach konnte es zuweilen zu Halluzinationen kommen.

Indes trommelte der Schuster immer noch mit den Fingern auf dem Tisch herum:
„ Worauf wartest du noch? Ich weiß ja, der Rückruf kam auch für mich überraschend. Als heute Nachmittag plötzlich mein Besen umfiel, dachte ich erst, es sein ein Zufall.“
Rückruf? Besen?
„Dein Besen ist auch umgefallen?“, fragte sie verständnislos.
Ihrer hatte sich, solange sie denken konnte, nicht von der Stelle gerührt, es sei denn, einer der Zaubersprüche war daneben gegangen oder das Gebräu übergeschäumt. Und heute war er umgekippt, einfach so, ohne jeden ersichtlichen Grund.
„Natürlich ist er umgefallen, wie hätte ich sonst wissen sollen, dass eine Nachricht angekommen ist.“
Nachricht?
Der Schuster bemerkte ihre Verwirrung.
„Sag mal, bist Du zufällig heute in Deinen Braubottich gefallen?“
Marie schaute ihn hochmütig an:
„Meines Wissens nicht. Was sollte ich da?“
„Dann kann ich mir nicht erklären, wieso deine Gedanken so verworren sind und du hier seelenruhig herumschlurfst und augenscheinlich die Nachricht des großen Rates der verwunderten Welt ignorieren willst.“
Schien es ihr nur so, oder nickten die Eule, die Spinne und der Kater und schauten sie genauso vorwurfsvoll an wie der Schuster?
Marie dämmerte in dem Augenblick, dass sie augenscheinlich etwas wirklich Wichtiges aus ihrem Leben vergessen hatte. Dem Schuster dämmerte das auch. Ob es den Tieren dämmerte, kann man nicht sagen, sie zogen allerdings vorsichtshalber die Köpfe ein.
Marie tat es ihnen gleich, sie spürte instinktiv, dass ein großartiges Sträuben und weiteres Herumreden den Schuster nur weiter aufbringen, im Übrigen aber die ganze Angelegenheit nicht bessern würde.
„Aha, aha“, brummelte sie vor sich hin und plötzlich riss es sie auf die Beine:
„Du meinst DER Große Rat und DIE verwunderte Welt?“, dann ließ sie sich ohne Vorwarnung wieder auf den Stuhl zurück fallen, worauf der in Anbetracht ihrer Wucht zusammenbrach. Erstaunt schaute sie zu, wie die Trümmer der Sitzgelegenheit davonrannten und stammelte:
„Ich verstehe das nicht.“
Der Schuster schaute sie halb ärgerlich, halb belustigt an und brummte:
„Das ist bei dir nichts Neues, du hast noch nie besonders gut denken können, kein Wunder, dass du von der Schule geflogen bist.“, erschrocken hielt er inne, als er ihren unsicheren und staunenden Blick sah.
„Ich bin von der Schule geflogen? Aber warum denn?“
„Weil du in deinem wunderlichen Wahn dem Lehrer für „Verwandlung von Lebewesen in Notwehr“ einen Katzenschwanz und Eulenohren angehext hast.“
Er machte eine bedeutungsvolle Pause:
„ Und zwar den Schwanz an den Kopf und die Ohren an den Hintern und statt dich zu entschuldigen, bist du wie eine Furie durch die Korridore gerannt, hast die Schule geflutet und versucht, den Direktor mit deinem Besen zu verdreschen. Und das alles am Tag deiner Prüfungen.“, brummte er dann unwillig.
„Nun mach und packe endlich deine Sachen, reden können wir auch unterwegs.“
„Ja aber…“, Marie schnappte nach Luft und ließ sich vorsichtig auf dem einzigen noch freien Stuhl nieder, „ ich habe was getan? Aber wieso denn?“
„Tja, das hätten wir damals alle gern gewusst. Aber du hast zu allem nur geschwiegen, was , wenn du mich fragst, die Sache nicht besser gemacht hat.“

Marie erhob sich wie im Trance. Sie hatte das Gefühl, zu träumen und gleichzeitig das Gefühl, dass dies alles real war und irgendwie doch zu ihrem Leben passte.
Bruchstücke der Erinnerung wollten sich an die Oberfläche drängen, aber noch ehe sie dazu Zeit hatten, stand auch der Schuster auf. Er zog ihre alte Truhe hervor, klappte den Deckel auf und fing an, deren Inhalt auf den Küchenfußboden zu entleeren.
Marie raffte derweilen ein paar Kleidungsstücke zusammen und verstaute sie wortlos in der Truhe. Viel besaß sie ohnehin nicht.
Der Schuster packte ihren Kessel und diverse Küchenutensilien dazu, plünderte den Vorratsschrank und machte sich dann auf den Weg in den Keller. Er packte alle Zaubertränke ein, wobei er beim Lesen der Beschriftungen hin und wieder in lautes Lachen ausbrach.
Marie stand einfach nur so in der Küche herum und wusste überhaupt nicht mehr, was sie tun sollte. Die Tiere saßen brav beieinander, so als schienen sie zu wissen, was hier geschah. Endlich tauchte der Schuster prustend wieder aus dem Keller auf:
„So, ich glaube, ich habe alles, jetzt noch der Besen und dann kann es los gehen.“
Marie gab ihm den Besen in der Annahme, er würde ihn zu den anderen Sachen in die Truhe packen, es war ihr sowieso schleierhaft, wie er da alles hineinbekommen hatte. Mittlerweile war ihre kleine Welt aber dermaßen aus den Fugen geraten, dass sie im Moment nichts mehr erschüttern konnte.
Verwundert schaute der Schuster vom Besen auf Marie und dann wieder zurück zum Besen und fing dann schallend an, zu lachen:
„ Ja was glaubst du eigentlich, zu was dieser Besen taugt“*? , meckert er los und schlug sich auf die Schenkel.
„Abgesehen davon, dass du ihn besser hättest pflegen sollen, der ist ja voller Spinnweben.“
Ein vorwurfsvoller Blick auf Amelie bewirkte, dass sie sich sofort daran machte, ihre kunstvollen Entwürfe zu entfernen.
Marie zuckte mit den Schultern:
„Was weiß ich, was du mit diesem alten Ding willst.“
„Ich? Du meine Liebe und zwar fliegen, was denkst du, wie wir in die verwunderte Welt reisen, per Rakete?“
„Fliegen? Auf einem Besen? Bist du verrückt geworden? Ich kann nicht auf einem Besen fliegen und wozu auch?“
Aber ehe sie es sich versah, hatte der Schuster ihre Truhe am hinteren Teil des Besenstieles befestigt, Amelie, Osman und Teresa ließen sich auf ihr nieder und alle schauten Marie erwartungsvoll an.
‚Die meinen das ernst’, konnte sie nur noch denken, und schon wurde sie aus dem Haus geschoben.
„HALT“, kreischte Marie: „meine Hühner! Die müssen mit!“
„Nein, die Hühner bleiben hier.“
Aber Marie ließ sich nicht beirren, wenn sie schon weg musste von ihrem schönen Haus, dann wollte sie alles mitnehmen und schließlich, wer sollte sich um die armen Viecher kümmern? So wie die Sache aussah, war es nicht zu erwarten, dass sie in ein paar Tagen wieder zu Hause sein würde. Irgendwie, ahnte sie, wird das wohl keine so kurze Reise. Der Schuster konnte grummeln und brummeln, wie er wollte, Marie setzte ihr störrisches Gesicht auf und bewegte sich keinen Zentimeter von der Stelle.
„Schon gut, schon gut. Wir nehmen sie mit, aber wenn sie anfangen zu spinnen, fliegen sie runter.“
Das erste Mal seit der Schuster aufgetaucht war, huschte so etwas wie ein triumphierendes Lächeln über Maries Gesicht.
Indes hatte er eine dichte Hecke um ihr Haus wachsen lassen, so dass Vorbeigehende nur noch ahnen konnten, dass sich dahinter ein Häuschen befand. Von außen betrachtet wirkte nun alles noch verlassener und verwilderter und keiner, der das sah, wäre auf den Gedanken gekommen, dass hier bis vor kurzem noch jemand gewohnt hatte.
Marie gefiel das ganz und gar nicht. Es kam ihr so endgültig vor. Würde sie denn nicht mehr hierher zurück kehren?
„Wozu das denn nun wieder, was sollen denn die Leute denken? Und überhaupt“, erst jetzt schien ihr bewusst zu werden, dass die Menschen im Dorf fragen könnten, was mit ihr geschehen war,“ sie werden mich suchen.“
„Wenn sie dich vermissen, können sie ja eine Petition zur Rückkehr eines Hutzelweibes an den großen Rat stellen. Nun mach endlich, der Weg ist weit und wir haben nicht viel Zeit.“
Es klang ziemlich dringend.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Frau Sessellehne   

Nach oben Nach unten
 
Frau Sessellehne
Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Die Frau des Zeitreisenden: Kapitel 8 - 9 (Fressen oder gefressen werden - Heiligabend, drei)
» TV-Tipp: "Frau und Philatelie" im TV am 20.4. ab 22 Uhr
» Bauer sucht Frau
» Die Frau des Zeitreisenden: Kapitel 21 - 28 (Silvster, eins - Alba, eine Enführung)
» Turnbeutel "Josie" von Frau Fadenschein

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Schreibwerkstatt für Amateurautoren :: Geschichten :: Eure Geschichten aller Art :: Fiktion-
Gehe zu: